Die Projekte Philosophietreff Waldperlach

Archiv Waldperlacher Straßennamen


So fing es an mit einem einigermaßen durchstrukturierten Gesprächskreis in Waldperlach, nachdem wir uns schon in relativ kleiner Runde und ohne ein fortlaufendes Konzept seit längerer Zeit und einmal monatlich im Waldperlach-Treff zusammengefunden hatten:

Philosophen und Humanisten als Namensgeber Waldperlacher Straßen

Der Zyklus stand im Zusammenhang mit der 100-Jahr-Waldpedrlach-Feier.
Da dieser Zyklus so schlecht von insbesondere Waldperlacher Bürgern besucht war, gleichzeitig aber sehr viel an Vorbereitungsarbeit erforderte, brachen wir nach vier Abenden ab und wechselten das Thema.

1. Abend Eulenspiegel

2. Abend Agrippa

3. Abend Erasmus

4. Abend Spalatin

Texte zum Selbststudium und Nachbearbeiten

Eulenspiegel in 96 Historien

Agrippa De occulta philosophia

Erasmus Klage des Friedens

Artikel aus der Festschrift


Philosophen und Humanisten als Namensgeber Waldperlacher Straßen

Ankündigung

Die Veranstaltungsreihe findet circa einmal monatlich statt. Je nach Interesse und Nähe der Denker zueinander kann sich der Abstand der Veranstaltung auch manches Mal verkürzen, evtl. wird die Reihe in 2013 hinein verlängert. Auf alle Fälle hält sich die Reihe an den Termin Dienstag, 19:30 Uhr.

Es soll sich hier nicht um eine Reihe von Vortragsabenden handeln, sondern wir wollen mit den einzelnen Denkern, zu ihren Thesen und Fragestellungen und miteinander ins Gespräch kommen. Die Struktur der einzelnen Abende wird so bestimmt sein, dass am Beginn die jeweils aktuellen Philosophen bzw. Humanisten in unseren Kreis eingeführt werden. Von jedem Denker sollen ein bis zwei originäre Thesen fokussiert werden, die auch für uns Heutige nachdenkenswert und relevant sein können. Zu diesen Thesen bzw. Fragestellungen wollen wir sodann miteinander ins Gespräch kommen. Für jeden Abend setzen wir circa zwei Stunden an. Es soll keine Verpflichtung geben, die gesamte Veranstaltungsreihe zu buchen, jeder Abend soll insoweit eine Einheit in sich bilden, dass bei jeder Einzelveranstaltung ein (Wieder-)Einstieg möglich ist.

Die einzelnen Denker werden in chronologischer Reihenfolge zu unserem Kreis hinzugezogen. In gewisser Weise folgen wir mit dieser Veranstaltung unserer alten Idee des „Clubs der toten Denker“. (Zur Einstimmung sei deshalb gerne auch der Film „Der Club der toten Dichter“ empfohlen.) Ebenfalls zur Einstimmung, zur Eingrenzung der beteiligten Philosophen und Humanisten und zum Verlauf der Veranstaltungsreihe findet sich hier der Artikel, wie er zur gleichen Thematik in der Festschrift zur 100-Jahre-Waldperlach-Feier erscheinen wird.

Am ersten Abend werden wir nach einer allgemeinen Einführung in der Eulenspiegelstraße beginnen.


Ankündigung zweiter Abend

Am ersten Abend war Till Eulenspiegel unser Gesprächspartner als einer, bei dem man nicht sogleich eine philosophische Komponente assoziiert. Aber es gibt eine ganze Reihe von Aspekten, die ihn zu Recht in unserer Reihe auftreten lassen: Bei einer Nähe, die fast Verstricktheit in die Situation zu nennen ist, gelingt Eulenspiegel immer auch die Distanz, die für den kritischen Blick und vor allem das ironisch gefärbte Handeln nötig ist. Sein Verhalten ist gesteuert von einem Bedacht, der in der Regel über das Streben nach eigenem Vorteil hinausgeht. Wichtiger scheint ihm zu sein – und in manchen Historien wird dies sogar eigens hervorgehoben –, den Beteiligten die problematische Situation als solche vorzuführen. Dieses aufklärerische Vorgehen geschieht jedoch nicht direkt, sondern sozusagen 'über Bande', was wohl der historischen Situation geschuldet ist, in der das Aufbrechen der eingeschliffenen Gewohnheiten und Verhältnisse gerade erst beginnt. Till spiegelt diese Aufbruch-Stimmung, er tut dies mit Ironie und stets gewaltfrei. Allgemein gesprochen stellt er das Selbstverständliche und eigentlich Unreflektierte in Frage, öffnet den Blick für die subtile Problematik der Situation und macht dabei auch vor Religionskritik, zumindest Kirchenkritik nicht Halt.

Als nächsten wollen wir Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim in unserer Runde aufnehmen. Von und mit diesem Denker lernen wir auch etwas über die Occulta philosophia, über die dunkle Seite der Philosophie.


Ankündigung dritter Abend

Hier kommt eine weitere herzliche Einladung, diesmal zum dritten Teil unserer Beschäftigung mit den Philosophen und Humanisten, die den Waldperlacher Straßen ihren Namen geliehen haben. Am letzten Abend beschäftigten wir uns mit einigen Ansätzen des Denkgebäudes von Agrippa von Nettesheim. Dieser Denker des weltlichen Humanismus erforschte vor allem die dunkle, d.h. in seinem Zusammenhang: nicht ohne weiteres durch das Christentum bzw. die katholische Kirche legitimierte Seite der Welt und Wissenschaft. Die jüdische Tradition der Kabbala und das vorchristlich geprägte neuplatonische Denken führten ihn zu einer magischen Wissenschaft des Kosmos, in dem das klare (nicht ein verzaubertes) Denken die immanenten (nicht transzendent/überweltlichen) Geheimnisse der Weltnatur und Weltseele entdeckt.
Nun wollen wir Erasmus von Rotterdam begegnen. Nur sehr klein ist die Straße in unserem Viertel, die ihm seinen Namen verdankt, doch der vielleicht bedeutendste humanistische Freigeist, Friedensforscher und Menschenkenner wird uns begegnen.


Ankündigung vierter Abend

Nun treffen wir uns zu dem vierten Abend der Denker aus Waldperlacher Straßen. Diesmal ist Spalatinus, der Namensgeber der Spalatinstr. und mit eigentlichem Namen Georg Burckhardt, unser Gast. Da Spalatin nicht so sehr als eigenständiger Denker in der Tradition überliefert ist, sondern sein moderierendes Wesen für die Etablierung humanistischer und insbesondere reformatorischer Überzeugungen einsetzte, wollen wir den Abend auch nutzen, um selbst bei der Frage innezuhalten, inwieweit die Zeit des beginnenden 16. Jahrhunderts als Zeit großer Umbrüche denn nicht mit unserer Zeit in Relation gesetzt werden könnte und wir aus den humanistisch-reformatorisch-revolutionären Ansätzen der damaligen Zeit für uns Gewinn ziehen könnten.