Die Projekte Philosophietreff Waldperlach

Archiv Die ersten Jahre


Die Aufzeichnungen sind fragmentarisch, nicht alle Themen sind überhaupt dokumentiert.

Die Treffen fanden zunächst einmal im Monat statt und hatten für jeden Abend in eigenes Thema.
Der erste Abend war am 10.10.2007


Die ersten Jahre

Ankündigung

'Ach, könnte ich mir doch ab und zu die Zeit nehmen und so vielem Unbedachten ein wenig nach-denken! Und wenn es dann noch andere gäbe, mit denen ich mich darüber – vielleicht gar gemütlich bei einem Glas Wein - austauschen könnte, von denen ich Anregungen und Vertiefungen gewänne ...'

Jetzt ist es so weit! Ab 10. Oktober treffen wir uns einmal im Monat, um miteinander unter philosophischen Aspekten ins Gespräch zu kommen. Am ersten Abend ist die These Thema: 'Ich bin so frei.'

Das Gespräch soll nämlich so frei wie irgend möglich gestaltet werden: Keine Meinung und Argumentation will verboten sein, aber wichtiger noch, alles darf für frag-würdig angenommen werden. Sinn unserer Unterredung wird nicht sein, uns in unseren Thesen gegenseitig zu bestätigen, sondern uns auf die Plausibilitäten der eigenen und anderer Sichtweisen einzulassen. Allein nötige Voraussetzungen hierfür sind Interesse und Toleranz.

Das fortlaufende Thema für den nächsten Abend wird jeweils zum Abschluss gemeinsam beschlossen.

1. Abend: 'Ich bin so frei'

Einleitung: Unterschied Informationsveranstaltung - Philosophischer Gesprächskreis
Themenassoziationen - blieben insgesamt deutlich an der Oberfläche
Grundsätzliches: Ist Philosophie Lebenshilfe; Wo ist der Anfang: Sokrates (nichts geschrieben) und Platon

Freiheit und Sicherheit

Gesundheit

Kam nicht so gut an, das Thema, deswegen wieder Wechsel

Nochmals: Freiheit

Die Damen, die beim letzten Mal die Themenvorschläge machten (Freiheit als philosophischer Begriff; Freiheit und Schuld) kamen nicht. Ging um 'Freiheit' unter besonderer Berücksichtigung des Unterschiedes 'Freiheit von ...' und 'Freiheit zu ...'.
Widerspruch: Freier Mensch entsteht unter Regeln und Vorgaben (wie: Hilfe zur Selbsthilfe)
Widerspruch: Logischer Begriff der Freiheit (= Einsicht in die Notwendigkeit) im Gegensatz zu erlebter Freiheit (egal, ob sie angenehm oder unangenehm erlebt wird)

Freiheit: Autoritätskritik

Wollen wir alles wissen?

Nach Zusammenfassung letzter Abend (wegen TN-Interesse ziemlich ausführlich) und Diskussion zu: Schuldbegriff

Schuld (4 Abende!)

Geschuldetes und Verschuldetes
Übel - Fehler (peccatum) - Sünde

Verbindung zum Willentlichen

Theodizee (Leibniz)
metaphysisches Übel - Geschaffenes ist notwendig unvollkommen, sonst wäre es mit Gott identisch
physisches Übel - Schmerz und Leid notwendig, um von Schädlichem abzuhalten und zum Nützlichen zu drängen
moralisches Übel - zur Abwendung von Gott führende Sünde

seine Schuldigkeit tun - pflichtgemäß, gesetzesgemäß handeln

Ödipus (Problem des Vorsatzes fehlt)
antike Tragödie - alles Unglück ist Strafe
Nietzsche: Leiden bekommt zwar Sinn, aber auf Glück und Schönheit verzichten
Freud: Angst vor Autorität / Verurteilung des Ich (durch seine kritische Instanz)

Jaspers: 3. Reich - politische Schuld, moralische Schuld (untätig zu bleiben), metaphysische Schuld: 'dass ind den geistigen Bedingungen des deutschen Lebens die Möglichkeit gegeben war für ein solches Regime, dafür tragen wir alle eine Mitschuld'
Schuld als soziale Verantwortlichkeit

Schuldbegriff
Absicht, Vorsatz entscheidend?
Schuldbegriff abschaffbar?

Schuld und Opfer / Schuld und Beziehung

Eigentlich auflösbare und unauflösbare Schuld; dann aber anlässlich Finanzkrise

Nochmals auflösbare und unauflösbare Schuld
Selbstbezug im Schuldgefühl
Was ist der Grund der Möglichkeit dafür, dass Schuldgefühl einen so 'vereinnahmen' kann, dass ich mich als Person in Frage stelle?
Orientierungsmöglichkeit des Dekalogs (?)

Dann Diskussion zu 'Wie weiter'. Thema (Worauf können wir uns verlassen? Woran erkenne ich, dass ich mich geirrt habe?); evtl. 14-tägig; evtl. anderer Abend (wegen Regelmäßigkeit)

Ankündigung (im 'Hallo')

„Worauf kann ich mich verlassen?“, das ist zur Zeit die Frage bei unseren philosophisch orientierten Gesprächen in den guten Stuben des Nachbarschaftvereins Waldperlach.
Unsere Diskussionen sind frei gestaltet: Keine Meinung und Argumentation will verboten sein, aber wichtiger noch, alles darf für frag-würdig angenommen werden. Sinn unserer Unterredungen soll nicht sein, uns in unseren Thesen gegenseitig zu bestätigen, sondern uns auf die unterschiedlichen Sichtweisen einzulassen. Allein nötige Voraussetzungen hierfür sind Interesse und Toleranz.
Wir treffen uns jeweils am ersten Dienstag im Monat, ab 19:30 Uhr, für circa zwei Stunden. Die zukünftigen Themen werden jeweils zum Abschluss eines Abends gemeinsam beschlossen.

Thema lief für drei Abende

Worauf können wir uns verlassen?
Zurechtkommen mit den Veränderungen und Unverlässlichkeiten / dahinter doch ein 'Basisvertrauen'?
Vor- und Nachteile der Gewohnheit
Bedeutung des Anderen / der 'aufhebenden' Umgebung

Ist das normal? Auf der Grundlage der Unterscheidung abnorm - anomal

Ausgehend von 'Twilight' > Medienmanipulation; allgemeine Orientierungslosigkeit und Unsicherheit als beabsichtigt oder zumindest positiv in Kauf genommen von Lenkern

Verschwörungstheorien

Muße

nächstes Mal: Heimat; dann: Gibt es einen gerechten Zorn? Der Gerechte muss viel leiden!

Gibt es einen gerechten Zorn?
Schwerpunkt war Gerechtigkeit

Ankündigung im 'Hallo' und 'SüdostKurier'

Philosophische Gespräche im Waldperlacher Treff

Der Verein für nachbarschaftliches Leben in Waldperlach gibt sich die Ehre, bei einem Gläschen Wein zu philosophischem Gespräch zu laden. An jedem zweiten Dienstag im Monat – nächste Termine sind der 8. Juni und der 13. Juli – treffen sich Nachdenker, die ihre Gedanken nicht für sich behalten wollen, zu lebhaftem Austausch über Fragen wie 'Gibt es einen gerechten Zorn?', 'Wozu brauchen wir die Krise?' oder 'Welche Utopie haben wir?' Neue Gesprächsteilnehmer, auch mit interessanten Themenanregungen für den Herbst, sind herzlich willkommen. Philosophische Vorkenntnisse sind nicht vonnöten.

Dann drei Abende zum Thema: Gibt es einen gerechten Zorn?

Gerechtigkeit (auf der Grundlage des Zitatenzettels; zum Abschluss: Aufgabenzettel)

Was ist eigentlich notwendig? (Drei Abende)

Notwendig in Zusammenhang zu setzen mit Auseinandersetzung – die Not ist nur zu wenden, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt

Außerdem: Zu Beginn des Lebens: Nicht allein physiologische Frühgeburt, sondern: Welt muss mir gegeben werden, kann sie nicht selbst erlangen, erobern … Über Frage nach der Notwendigkeit zur Auseinandersetzung mit dem Tod: Tod als jemeiniger das einzige, das mir nicht abgenommen werden kann. Von hier aus 'Königsweg' des Zugangs zu mir selbst. Vom Ende, nicht vom Anfang her ist 'Freiheit' zu erobern. Psychologische Komponente des 'Erziehung hindert mich' oder 'Genetik hindert mich' ist der falsche Ansatz bzw. vom falschen Ende her gedacht.

Zu 'Was ist notwendig?' Aber: Geld spontan gespendet für Saja

Was ist wirklich unmöglich?

Banalität des Bösen

Auf der Grundlage des Tschernobyl-Abends (externe Veranstaltung): (50 Jahre Eichmann-Prozess). Thema dann vor allem 'Rettungsschirm' Euro …