Die Projekte Philosophischer Gesprächskreis

Archiv Gesprächskreisprotokolle: 2006


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Zyklus Tod und Leben

Zyklus Alleinsein und Zusammensein (Fortsetzung im 1. Zyklus 2007).


Tod und Leben


Ankündigung

Schon zu Beginn des Philosophierens in der Antike meinte der platonische Sokrates: Philosophieren heißt sterben lernen.
Im ersten Zyklus des neuen Jahres wollen auch wir uns mit Aspekten von Endlichkeit und Sterblichkeit auseiandersetzen.

Tod und Leben

lautet unsere Themenstellung, denn vielleicht ist mit dem Tod (leider / glücklicherweise?) gar nicht alles vorbei und zur Ruhe gekommen.


Protokoll vom ersten Abend (11.1.2006)

Beschäftigung mit dem Tod der Beschäftigung mit der Philosophie vorrangig (?)

'Normale' Position: Tod verdrängen; vier weitere 'sichere' Positionen:
religiöse – Glaube an Weiterleben nach dem Tod,
materialisitsche – kein Jenseits,
agnostische – kann man nichts sagen, hat also kein Belang,
spirituell-esoterische – aufgrund von Nahtoderlebnissen etc.
Gegenposition: ständig interessiert, unschlüssig, nicht-festlegbar

Praktische Position des Sterbebegleiters
Im eigenen Leben den Prozess des Sterbens, permanenten Dahingehens erkennen

Was geschieht mit dem Bewußtsein im Tode; was ist hier mit Bewußtsein gemeint?
Bewußtsein als Relexivität, Klarheit, Meinungsbildungszentrum etc. in vielen Fällen bereits mehr oder weniger weit vor dem Todeszeitpunkt gegangen

Gegenwärtigkeit des Todes / Gegenwärtigkeit der Sterblichkeit

Was tue ich im Angesicht des Todes? Inwieweit verhalte ich mich im Wissen nahenden Todes anders?

These: Ganzes Nachdenken über den Tod führt doch nur dazu, das Leben zu ändern; da kann ich mich auch gleich ums Leben kümmern: Mensch, werde wesentlich!

Tod als Grenzphänomen mehrdeutig
provoziert u.U. Entwurf, darüber hinaus zu gehen (Beispiel Schiller)

Umgebendes Nichts als das dominante (?) und die moralische Verantwortung des (Nicht-)Kinder-kriegens
Bedeutugn der Eltern als Verursacher / Bedingugn des möglichen Leids

Wann ist Leben besser, wann Tode

Typologie:
Sinnhaftigkeit des Lebens aus sich selbst (Nietzsches Weige Wiederkunft)
Leben hat keinen Sinn, aber durch Verdrängung des Todes eine Carpe-diem-Stimmung
Weder sinnhaft noch sinnlos > Spekulieren auf Ewigkeit / lebt, um Gott zu gefallen

Protokoll vom zweiten Abend (25.1.2006)

- "Wen die Götter lieben, den lassen sie früh sterben."
- Sterblicher Leib, unsterbliche Seele
- Wo Glaube, da Sinnzusammenhang
- Selbstmordforen: Trauernde Eltern warnen Jugendliche vor Suizid
- Todes-Theorien: lauter Inkonsistenzen, aber dadurch auch lauter (interessante) Möglichkeiten
- Grenz-Phänomen(bzw. nicht zu unterschätzende Rand-Erscheinung)Tod
- Der Tod macht die Zeit zur Frist
- Wozu Philosophie? Selbstzweck bzw. in sich sinnvoll - gegenstandslos; Lebenshilfe nur als Abfallprodukt
- Sterben und Tod zweierlei: Tendenz der Gesprächsrunde, vom Sterben statt vom Tod zu reden
- (Wie)ist der Tod erfahrbar? Anders gefragt: Können wir wissen, wie es ist, tot zu sein?

Protokoll 3. Abend (8.2.06)

These: Tod ist nicht Gegenstand der Erfahrung
Als Negation des Lebens mit keinen Kategorien der 'Lebenswelt' zu fassen (nur logische Wahrheit?)

Sterben bei anderem: Wann stirbt eine Pflanze; wann ist eine Pflanze tot? Ausweitung dieser Frage auch auf Welt insgesamt – Tod bedeute jeweils nur Übergang
Problematik aus Nicht-Abgrenzung des Individuums; wo Individuum klar umrisssen auch Tod einigermaßen fixierbar

Wir haben nichts Faktisches – in bezug auf die Aussagen 'nach dem Tod'; haben aber gerade Faktisches in bezug auf den Tod selbst

Bemühen um eine phänomenale Fassung von Tod:
unüberholbar – Ende aller Möglichkeiten
eigenst – kann mir nicht abgenommen werden
unbezüglich – Ende aller Bezogenheit

Mit dem Tod umgehen:
Leben – selbstverwirklichtes Leben, das sich um den Tod als abschließendes Ereignis nicht bekümmert, weil es in sich selbst aufgeht
Mythologie von der Unsterblichkeit der Seele

Erstaunlicherweise haben die Menschen zumeist kein Problem mit der immensen Zeit, die vor ihrem jeweiligen Erscheinen bereits abgelaufen ist, wohl aber mit der Zeit, die zukünftig ohne sie ablaufen könnte

Tod als Aussetzen des Bewusstseins:
Problematik des Stellenwertes des Bewusstseins. An der gegenüber liegenden Seite der Lebensendlichkeit findet sich ein allmähliches Aufsteigen des Bewusstseins, der Beginn menschlichen Lebens ist nicht mit dem Einsetzen des Bewusstseins gekoppelt

Tod als Ende der Gestalt, als Ende der Würde?
Tod als Ende oder Tod als Vollendung?

Protokoll 4. Abend (22.2.06)

Ist der Tod ein Ereignis?

Sterben: Mache mir auf je unterschiedliche Weise Sorge darüber
universal: Ewiges Sterben, das doch zu keinem Tod führt

Neues Kriterium: Leiden
Grenzgänger: Kraft aus Sterbenssituation (Verherrlichung des Leidens?)
Ich kommt in besonderer Weise zur Erscheinung (Nicht-Auseinandergebrochen-Sein; sozialer Zusammenhang; Natur-Zusammenhang)

Tod, der ins Leben hineinreicht (Linie) und dadurch Leben zu Spannungsfeld macht

Wer ist jeweils das Subjekt, wenn über das Ende gesprochen wird? Individuum im umgangssprachlichen Sinn; Leben als solches; Universum ...

Protokoll 5. Abend (3.3.06)

Tod als soziales Ereignis
ergreifen z.B. in Aids-Gruppen
verdrängen in den medialen 'Leichenbergen'
Bedeutung des Friedhofes als zentraler Ort (z.B. noch sichtbar in vielen Dörfern)
Über den Tod reden als die 'inadäquate' Weise der Auseiandersetzung mit dem Tod
Tabuthema – Wozu über den Tod sprechen?
Auch: Sozialer Aspekt des Darüber-spricht-man-nicht

Hier: Wie stellt sich jeder den Tod vor?

Soziale Genese der Trauer über den Tod eines Angehörigen
allgemein bezüglich: Trauer worüber? Freude worüber?
Angst vor dem Tod sozial vermittelt

Was ist überhaupt Gesellschaft?

'Tod' wird der Allgemeinheit zum Fraß vorgeworfen

Anfang des Todes – Ende des Todes
Tod als Ende des Ich-bin-es (als psychophysische Einheit) – als leere Behauptung?

Protokoll 6. Abend (22.3.06)

Lebensgefahr und Todesmut

Muss man sich in denjenigen hineinversetzen können?
Mut nur in Bezug auf Unsicherheit des 'nach dem Tod'

Verbindung mit einer bestimmten Qualität von Leben

Philosophie zur Vermeidung gefährlicher Situationen (?)
Mensch philosophiert, indem er eine Haltung zu Tod einnimmt (nur dann?)

Wissen und Grenzerfahrung, die Nicht-Wissen heißt (hat etwas zu tun mit Tod)
Denken verändert sich an dieser Grenze produktiv
Tod als Negation des Wissens (> wissen wollen,was Tod sei, ist absurd; geht darum, wie man sich zu ihm verhält)

Protokoll 7. Abend (5.4.06)

Unsterblichkeit: Sage von der griechischen Göttin der Morgenröte 'Eos', die für ihren menschlichen Geliebten von Zeus Unsterblichkeit erbat, aber vergaß, auch ewige Jugend zu erbitten.
<> Tod als Erfindung

Antike: Volkspessimismus (bezüglich Tod, der Abstieg bedeutet) vs. Optimismus der Philosophen (Platon)
These: heute umgekehrt Volksoptimismus und (zu fordernder) philosophischer Pessimismus

These: Wesen des Menschen im Widerspruch zu Suizidalität
(Goethe: Willst du dich an der Welt erfreuen, musst du ihr selbst Wert verleihen)
These: Wir sind alle Selbstmörder

Drama, nicht ins Leben zu passen, aber dem Diktat des Lebens zu unterliegen
Bin nicht gefragt worden, ob ich leben will
> Aufgabe, damit zurecht zu kommen, dass ich lebe
> Aufgabe, damit zurecht zu kommen, dass ich sterben muss

Frage nach dem Grund der Möglichkeit von Suizidalität
> Verletzlichkeit des Menschen

Intensivformen des menschlichen Lebens, die Suizid mit einschließen können
Beschädigungen des Lebens (körperlich/psychisch), die zu einem Nicht-mehr-leben-Wollen führen können

In Auseinandersetzung mit dem Tod: Lebensänderung
Erscheinen durch Widerstand gegen Kontrollgesellschaft

Protokoll 8. Abend (3.5.06)

Was geht im Tod verlustig?
(Tod im Sinne der zunächst-zumeist Bedeutung)

Kinderfrage: Wo ist denn die Oma jetzt?
Himmel als Metapher für Glück; Hölle nicht jugendfrei

Leben, Lebenskraft, Seele, Wesenskern ... ist weg

Verliert mich die Welt oder verliere ich die Welt?

Protokoll 9. Abend (17.5.06)

Todestrieb-Theorie Freuds

Lebenssinnfrage (Themenfrage letzter Abend):
Sinn ist mein Lebensinhalt, woran ich Spaß habe
Wozu dann Universum? (Subjektverschiebung!)
Ich verliere die Welt: Endlose Einsamkeit

Buddhismus und Christentum: Jeder bekommt, was er will
Hölle als Ort für die Bösen erst durch Christentum

Suizidalität der Leisure-Gesellschaft: Suizid als optimistische Tat; Pessimist erwartet vom Tod etwas Schlechtes

Bedeutung des Schöpferischen als Primäres

Protokoll 10. Abend (31.5.06)

'Halb tot' (geschlagen)

als Defizit von Leben
Bedeutung des anvisierten Zieles
Kritik: Skala, bei der es nur eine Spanne 0 bis 1 gibt, keine Minuseinteilung

Warum hängt am Leben, was mehr als 'halb tot ist? (Beispiel Leukämiestation)
Angst vor dem Tod als entscheidendes Moment?

Identisch-sein mit seinem Sich-Kennen

These: Schmerzfreies Sterben gibt es nicht / weniger körperlich gemeint, denn bezüglich seelischem Erleben

Tod als Desintegration / Dissoziation ein unendlicher Prozess (?)

Sicherheit, dass Tod eintreten wird – Wie kann es die geben, wenn nicht klar ist, was Tod meint?

Tod als Ende der eigenen Lebensgeschichte

Osho (>Bagwhan): Angst vor Tod bzw. Angst vor Leben durch Ego (meine Vorstellung vom Ich), das es auszugrenzen gilt. > Verlassen der Lebensgeschichte als eigene Arbeit und Verwirklichung

Wann begann kulturhistorisch die Trauer in der Bestattungszeremonie?

Protokoll 11. Abend (28.6.06)

Wann ist es besser zu leben, wann besser zu sterben?

Gesellschaftliche Kriterien / > lebenswertes Leben?
Problematik der Sterbehilfe

Bedeutung von 'Mein Leben gehört mir'
These: Gesellschaft soll die reifliche Entscheidung zum Suizid im Sinne der Bereitstellung eines sanften Todes fördern, nicht behindern
Institutionen, die hierüber entscheiden?

Allgemiene Situation des Zurückgeworfenseins auf mich selbst in der Entscheidung (soll ich heiraten / mich trennen?)

Kann eine Gesellschaft anders, als das Leben unter einen besonderen Schutz zu stellen?

Protokoll 12. Abend (12.7.06)

Geschäft mit dem Tod
'Nichts läßt sich leichter ausbeuten und instrumentalisieren als das Leiden am Leben' (C. Pornschlegel)

kommerziell und als Verkauf der Seele

Auch Wissenschaft ist Erlösungsreligion (Trost des 'Das war's'; Möglichkeit für den Einzelnen, das Ende des Lebens so zu sehen, dass der Kredit nicht zurückgezahlt werden muss)

Moderne Religionskritik könnte lauten: Die Wissenschaft begann damit, uns die Milderung von Lebensleid zu bieten und die Angst vor dem Tod (die Todesgefahren) zu nehmen. Nun haben wir ihr unsere Seelen verkauft (das Vertrauen hingegeben) und müssen erkennen, dass die Wissenschaft (in Form konkreter Wissenschaftler) für Macht und Profit dieses wissenschaftliche Ziel vergessen hat.

Tod als klassisches Beispiel für Denken als Wertnehmen, statt Denken als Wahrnehmen
weil der Tod ungegenständlich ist, weil er für das Ganze des Lebens steht


Alleinsein und Zusammensein


Ankündigung

Im Herbstzyklus sollen nicht nur Beziehungsfragen aufgeworfen werden, wenn wir über

Alleinsein und Zusammensein

diskutieren.

Wie ist es z.B. bestellt um unsere individuelle Autonomie oder unsere fundamentale Angewiesenheit auf Mensch und Welt. Was sind das (konkrete?) Selbst und das (anonyme?) Man. Wie steht es für uns um Eigenliebe und Nächstenliebe? Was bedeuten Kindsein und Elternschaft?
Viele Fragen jenseits von Individual- und Massenpsychologie, von Biologie, Soziologie und Politik erwarten uns.

Diskussionsverlauf

Zum Denken muss man allein sein können
Problematik des Gruppenzwangs

'Ich bin nicht gerne einsam, aber gerne allein'

These: Alleinsein heißt: Zu allem einen Bezug haben können

Ich muss sich in gesellschaftlichem Horizont erst einmal herausbilden; zunächst ist der Einzelne nur Effekt > es muss etwas passieren
Gegenstellung zur Kontrollgesellschaft

Einbeziehung Natur in das Thema: z.B. rationales autonomes Subjekt, das Natur beherrschend auf sich bezieht

Beispiel eines 'Alleinseins': 80% ohne direkten Menschenkontakt (indirekt schon; Internet, Lesen); in Anwesenheit z.B. mancher Verwandter eher das Gefühl des (negativen) Alleinseins, Einsamseins

Alleinsein bedeutet: Jemand sein versus Niemand sein, das aber kein 'wir' ist

Kriterien für 'pöbelhaftes Wir' bei z.B. Oktoberfest?

*

Zusammensein im Gesprächskreis ist philosophische Sondersituation; Philosoph ist in der Regel vereinzelt
'es geht darum, dass man es selbst gedacht hat' (gegen den Vorwurf, das Rad immer wieder neu zu erfinden)

These: 'Eigentlich wollen wir doch bei der Horde sein'
Differenzierung Herkunft – Hinkunft

Philosophie als solipsistisches Denken (historisch) versus 'vernetztes Denken' (> auch: wissenschaftliche Teams) > dialogische Philosophie > Beispiel 'Wikipedia'
Teamarbeit in Industrie: Keiner überblickt das Ganze - 'Expertensysteme'
Assoziation: Kritische Theorie / kommunikatives Handeln

Exklusivität als Gefahr
Problematik der Entindividualisierung
Teamarbeit abhängig von der Kompliziertheit des Gedankens?
Eigendynamik von Kreativität auf individueller (Cezanne) und gemeinschaftlicher ('Citizen Kane') Ebene

Infragestellen der Souveränität im Schatz der Sprache
Individuum nur in der Form des Teilhabers
Einzelne in der Weise der Nachträglichkeit
entscheidender Aspekt des Vollzugs > Jam Session; Ereignis

Plädoyer für das anfängliche Selbst-Denken (mit dem Ziel eines Modells des Ganzen)

*

Wie entsteht Politik? (auch: Was ist, wie entsteht Öffentlichkeit?)
- Deligieren: Irgend jemand muss die Arbeit ja machen
- Was meint die Frage? Überhaupt? Heute? Jeweils?
- An Strukturen gebunden (Legislative, Exekutive, Judikative)
- Politik ist regelsetzend
Was ist nicht politisch?

These: Politik ist Management einer Gruppe
Ordnen von Interessen – Sachverstand; gekaufter Sachverstand
Politik als Vertragsbildung mit dem Zwang zur Einhaltung für die Beteiligten

Politisch ist, was öffentlich ist
Kann alles öffentlich gemacht werden?

Bedeutung persönlichen Engagements für politische Entwicklungen?
Z.B. Wehrdienstverweigerung

Müßte 'Kultur des Faktischen' geben (> 'Normativität des Faktischen' als wirkende Dynamik)
Prozessstruktur in den Mittelpunkt zu stellen

*

Was ist 'privat'?

Unterschied öffentlich - politisch
Beispiel: Fußballstadien

Plädoyer fürs Alleinseins

Wo beginnt Öffentlichkeit?
- Wenn ich aus dem Haus gehe?
- im Internet: Besucher der Homepage? Chatroom?
- Bedeutung des Fremden

privat und öffentlich als juristische Begriffe
historisch: res publica und res privata (als rechtsfreier Raum)
der private Bereich als vor Übergriffen (des Staates) geschützter

Beziehung der Begriffe untereinander: Alleinsein – Zusammensein; Alleinsein – privat; Alleinsein – öffentlich; Zusammensein – öffentlich ...

Sehnsucht nach Gemeinschaft
Heute wohl eher im Privatbereich (Überforderung?), da in Öffentlichkeit nicht mehr gegeben

'Kann ich heute meinen Tag selbst organisieren oder spreche ich mich mit einem Partner ab?'
'Will ich, wenn mir der Tag zur Verfügung steht, ihn allein oder zusammen mit anderen verbringen?'

Schließen sich 'privat' und 'öffentlich' gegenseitig aus oder sind es Dimensionen, die übereinander liegen

Wohnung – Lebensraum – Lebensstil, den sich das Individuum (in Abgrenzung aus der Kontrollgesellschaft) 'anspruchsvoll' schafft

Herr-Knecht-Verhältnis und anonyme Macht

*

Meditation als Versuch, allein zu sein / Oder da außer sich? Oder einfach Leere?
Alltäglichkeit meditativ bewerkstelligen > ganz bei einer Aufgabe sein, Selbstvergessenheit; bewusst bei mir, aber ungespiegelt
Oder: Alleinsein als Selbstbetrachtung?

Nur aufzählbare Aspekte von Alleinsein (kein Kern-Begriff) – z.B. in Mobbing, im gedankenvollen Zuhören

Wenn Alleinsein adäquat philosophisch gefasst werden kann, so muss es doch nicht der Philosoph sein, der der adäqate Allein-Seiende ist

These: Descartes ego will nicht allein sein, sondern gerade erwiesen haben, dass nicht alles 'er' ist (verkappter Gottesbeweis)

Ich und Alleinsein deckungsgleiche Begriffe?
Allein als mögliches Attribut des Ich

Exkurs: Ichbegriff zwischen Descartes und Freud
Freud: Genese des Ich, das dann allein sein kann / nicht allein sein kann (Genese, die schief gehen kann)
Descartes: rationaler Weltbezug; Freud: nicht-rationaler Weltbezug
Wie kann sich das Ich – als Diener, in der Kontrollgesellschaft – etablieren, wie kann das Ich sichtbar werden?

Descartes als Begründer der Welt als Vorstellung
Alleinsein die adäquate Position
vorher: Mensch eingebettet in Gottes Schöpfung
hier: Mensch ist Gott
heute: einer unter vielen

*

Die Diskussion wird fortgesetzt