Die Projekte Philosophischer Gesprächskreis

Archiv Gesprächskreisprotokolle: 2007


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Zyklus Alleinsein und Zusammensein 2 (Fortsetzung vom Herbst 2006)
Zyklus 'Worauf können wir uns verlassen?' (Fortsetzung im 1. Zyklus 2008)


Alleinsein und Zusammensein


Ankündigung

Im ersten Zyklus des Jahres 2007 geht es uns weiterhin um

Alleinsein und Zusammensein.

Wir wollen vertiefend und assoziierend auch einige noch nicht zur Sprache gekommene Aspekte diskutieren, z.B. zum Hineingestelltsein des Individuums in die globalisierte Welt, zur Spannbreite Solipsismus Kommunismus und selbstverständlich zu dem ontologischen Horizont unserer Begriffe Allein-Sein und Zusammen-Sein.
Noch immer warten viele Fragen jenseits von Individual- und Massenpsychologie, von Biologie, Soziologie und Politik auf uns.

Diskussionsverlauf

Die Zwischentitel geben die jeweiligen Leitgedanken für die Diskussionsabende an, was nicht heißen muss, dass der Diskussionsverlauf sich hiermit inhaltlich deckt ...

Bedeutungsfeld Individualität / Alleinsein

In unserem Bewusstseinsstrom sind wir allein; für andere nicht einsehbar; das ausgesprochene Gedachte ist individuell

Individuum als soziologischer Begriff / Alleinsein als Gefühlsbegriff

These: Wo Zusammensein am intensivsten, kann auch Alleinsein am schmerzlichsten erfahren werden

Individualist als positiv und negativ besetzter Begriff
Individualität hebt sich aus der Masse der Individuen heraus
Individualismus als kritische Nicht-Übernahme (der Kulturentwicklung hin zum Individuum)?

Anstrengung des Wechsels zwischen Individualität und Gemeinschaft meist heute zu groß

Dass es Individuum als selbstbestimmtes, autonomes etc. historisch gar nie gegeben hat, heißt nicht, dass es die Forderung / Zielvorstellung in unserer Kultur nicht gibt (Kants Vorstellung der Individualität als für Menschen nicht machbar 'erkannt')
Ist es aber nicht das besondere Vermögen der Vernunft, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und damit umzugehen?
'Lebensstil' als machbares Ideal

Zwei Aspekte von Individualität:
kommt über mich (passiv)
Bedürfnis, etwas besonderes, individuelles zu werden
These: Aus dieser Not eine Tugend machen
Leben als Individualisierungsprozess – Individualisierungs'schübe': Geburt, Pubertät ...
Wann hört Individualisierung auf (ist erreicht)?

Bedeutungsfeld Sozialität / Zusammensein

Wir verbringen doch die meiste Zeit allein; ich bin mit mir allein im konzentrierten Arbeiten, im Zuhören ...
Psychologen: Selbstwerdung muss immer gemeinsam (in der Therapie) versucht werden – aber man kann sich doch auch selbst betrachten, ohne dafür jemanden zu brauchen
Selbstfindung als Trick der Psychologen – sollen ja gerade nicht ich-selbst sein, damit Gesellschaft funktioniert
Selbstfindung durch Isolation oder durch Spiegelung (oder Vergleich)?

These: Gibt das 'wahre Selbst' nicht – wir stehen immer in einer Entfernung, in einem Abstand zu diesem Selbst (als Konstrukt)
Was ist nun zu tun? Versuch, auf der Bühne des Lebens sichtbar zu werden

Für Sisyphos ändert sich die Situation nicht, ob er ein Ziel hat oder nicht

'Plakat' des 'Jeder soll für 5 Minuten berühmt sein'
Bin ich hierin nur Effekt oder ereignet sich etwas in mir?
Berühmtheiten dürfen in unserer Mediengesellschaft gar nicht bei sich selbst sein
'memento mori' beim Römischen General in Ruhmessituation

These: Heute kann man nur Individuum (bei sich selbst sein) werden, wenn man dienen will ohne Ansehen zu erwünschen
sonst Gefahr der narzisstischen Falle

Bin ganz bei mir, wenn ich mich an den Diskussionsbeiträgen reibe

Alleinsein und Zusammensein in Bezug auf Mann und Frau (Männerdenken / Frauendenken)

Bild des menschlichen Netzwerks:
Was ist der Mensch darin? Knoten / Zwischenraum ?

Paradox des Alleinseins, das erst in der Abgrenzung möglich ist

Harmoniebedürfnis /Aufgehen in ... (doppelte Bedeutung) vs sich mit allem / allen anlegen, herausheben

Gender-Debatte:
Soziologische Bestimmung zwischen he-Mann und she-Frau
selbstbestimmte Einordnung in dem Spektrum
Im widerstand gegen vorgegebene Rollen entstehen neue
'Identitäten', die sichtbar gemacht werden sollen (Verkörperung)
Emanzipation mit dem Ziel Gleichheit und dem Ziel Machtgewinn

Individualisierung als Herauslösen aus hierarchischen Strukturen (im anspruchsvollen Sinn): gibt Machtspiele und authentische Bewegungen
Mehr als ein (als solcher auch wichtiger) Widerstandsakt
Widerstand als Kriegserklärung oder Widerstand als Entzug > Herausfallen und auffällig werden oder: 'Ich will anderes und ihr sollt das aushalten'

Ist es nicht manchmal ratsam, nicht sichtbar zu sein?
Ist das überhaupt so verfügbar?
Aber: Wir haben nur diese Bilder von uns, und die müssen wir erst einmal erschaffen
'Ich kann bestimmen, was ich zeige, aber nicht, wie ich gesehen werde. ''Sichtbar werden' nicht als in Erscheinung treten des Wesenskerns, sondern als 'ich folge meinen Spuren'

Cyberwelt und Rollenspiel erzeugen 'Heimweh'

Aspekt 'Autonomie':

Mensch immer schon unter Gesetzen
Autonomie als Synonym für Freiheit?
Setzt Autonomie Autarkie oder Abhängigkeit voraus?

Begrenztheit des Menschen als grundlegende Unmöglichkeit von Autonomie

Unterscheidung Anarchie – Anomie

Autonomie auf individueller Ebene:
Sich an seinen Willen halten / Selbstverpflichtung
'Freiheit zu' gegenüber 'Freiheit von'

Will jemand nicht autonom sein?
Muss der Begriff so positiv besetzt sein?

Gründe der Autonomie:
Oligarchische Ausbeutung der Natur
oder: Vernunftgesteuertes 'Notprogramm' (Beweis der Autonomie)

Befragung der Grenzen, in denen Autonomie stattfindet

Anschließend an "Autonomie" warf ich das Stichwort "Autonomismus" in die Runde und erläuterte den Begriff im Hinblick auf Alleinsein und Zusammensein so:
Autonomismus wurde als Gegenbegriff zu Transzendenzphilosophie eingeführt. Transzendenzphilosophie ist "dialogisch", insofern die Welt es mit einer Überwelt zu tun hat, das Diesseits mit einem Jenseits, die Erscheinungen mit den Dingen an sich, das transzendierend-Menschliche mit dem transzendent-Göttlichen. Autonomismus ist "monologisch", insofern die Welt aus sich selbst begründet, ein Jenseits für Projektion gehalten, das Erscheinende als einzige Realität aufgefasst, das Transzendieren ohne Transzendenz angenommen wird. Transzendenzphilosophie betont also im weitesten Sinn des Wortes das Zusammensein, Autonomismus das Alleinsein.
T. hielt sich länger bei Max Stirners Solipsismus auf, den er als äußerste individuelle Zuspitzung des Autonomismus verstand. Vor dieser Konsequenz schreckten alle sonstigen neuzeitlichen Denker zurück, obwohl sie ansatzweise auf denselben Gedanken gekommen waren, den sie jedoch postwendend auf die eine oder andere Weise "resozialisierten".
Die "nach-stirnersche" Wiederkehr sozialer Perspektiven in die Philosophie, auf die wir in der Folge zu sprechen kamen, leitete zu einer Diskussion über, ob es ein dominantes "soziales System" gebe. Nacheinander wurde hierzu für die Wirtschaft, die Politik, die Wissenschaft und die Religion plädiert. R. stimmte noch ein Loblied auf Niklas Luhmann an, der erstens in der jüngsten Zeit sich wie kein anderer als profunder Universaltheoretiker profiliert und dabei zweitens mit dem Medienbegriff den auch philosophischen state of the art erreicht habe.

Warum tun wir fast alles, um anderen zu gefallen?

Ästhetisches Gewicht / Verstehen / ethische Werte
oder: Anerkennung / geliebt werden wollen
'Wem ich gefalle, der tut mir nichts.'
'Ich gefalle, also bin ich.'
Unterwürfigkeitsaspekt

Was mache ich für Bildangebote an die anderen?
Die meisten bieten die Bilder, die allgemein erwartet werden

auch: Wem ich Gefallen tue, der will etwas – im Ich ist die Macht, der andere trägt eine Schuld

'Verhalte dich so, dass, wenn jemand, der dir wichtig ist, es beobachten würde, daran Gefallen finden würde.'

Bedeutung des Ereignischarakters: Es wird etwas sichtbar

Die Zweierbeziehung / Liebe / Folie a deux

Grundlage für Beziehungsfähigkeit: Beziehung zu sich selbst
Grundlage für Selbstsein: Prägung durch andere

Warum ist Beziehung so wichtig?
Wohl historisch gewachsen, wirkt aber existentiell

Exklusivität
Füreinanderdasein wesentlich gegenüber Ausgeschlossensein der Dritten
Darstellung für den anderen
Wirklichkeit (des Zusammenseins) wird entdeckt und geschaffen, vertraut und überraschend zugleich

Partnerschaft / Zwillinge / Mutter(Eltern)-Kind / bester Freund: unterschiedliche Beziehungsformen

Identitätsfrage:
'Berühren' der Identitäten; 'Schnittmenge' der Identitäten
sich gegenseitig erzeugen

Machtfrage in Beziehungen

Warum ist Beziehungshaftigkeit so dominant gegenüber Versuchen des mit sich selbst Zurechtkommens?

Führt zunehmendes Alter zu mehr Alleinsein?

Das Nicht-menschliche

Ehemals vorrangig: das Andere
historisch zunehmend: Mensch zentral > Anthropomorphisierung der Umgebung
Mensch ist der, der die Beziehung herstellt

Theorie des 'Zusammenseins':
Egoistische Tendenz der Materie

Beziehungshaftigkeit überhaupt
Zwischenmenschliche unter Umständen nicht die wesentliche
dann (deshalb) substituierbar (Mensch durch Hund, Hund durch Puppe, Puppe durch Maschine ...)

Bedeutung des Aufgehens in Medien – demgegenüber Schalheit des Seins in der 'Horde'
(Luhmann: lose Kopplung, deshalb universalisierbar)

Partnerschaftsvermittlungen:
die meisten suchen und wollen doch nicht
Suche nach gelungener Mitte zwischen 'nicht erfrieren wollen' und 'nicht erstochen werden' (Schopenhauer)

Moderner Systembegriff, der den Einzelnen wirken lässt – gegenüber 'Die Partei hat immer recht'

Ontologie /Typologie

Mensch: Ist Beziehung oder hat Beziehung?

Philosophiegeschichte: Von Objektivität zu Subjektivität zu Intersubjektivität
Subjekt nicht mehr grundlegend? Beziehung ist konstituierend
Objektivität gibt es nicht mehr, nur subjektive Konstruktion von z.B. Objektivität

Müssen uns, auch als Ich, als Subjekt erst konstituieren
intersubjektiv zu verhandeln


Worauf können wir uns verlassen?


Ankündigung

Im herbstlich-winterlichen Zyklus des Jahres 2007 wollen wir unserem Grund auf den Grund gehen.
Es scheint, dass wir uns im Alltäglichen immerzu auf etwas verlassen, obwohl über die heutige Zeit doch weitläufig geurteilt wird, man könne – womöglich gar: man solle sich auf nichts mehr verlassen.
Wir fragen also:

Worauf können wir uns verlassen?

Sicherlich haben auch Sie gute Gründe, sich den Beliebigkeiten zu entziehen und sich an unserer Diskussion zu beteiligen.

Diskussionsverlauf

Verlassen auf Grundsätzliches
Bedeutung als Basis (> 'bauen auf ...')
Wenn ich die Frage stelle, bin ich schon im Zweifel

'Ich verlasse mich', 'Ich bin verlassen'

'Verlässlichkeit auf' führt weg von mir

ontologisch: Kann ich mich auf mich selbst verlassen?

Worauf? Person / Sache
Wer? Je ich, man, alle, Kollektiv

existentiell oder alltäglich? Zusammenhänge

Auf die Naturgesetze (?)
Modellhaftigkeit der naturwissenschaftlichen Systematik, Totalitätsanspruch der Methode
rationale Aufklärung hilft – oder gerade nicht?
Verlässlichkeit des Animalischen?

Wahrheitstheorien
z.B. Konsenstheorie
Logik – z.B. Satz vom ausgeschlossenen Dritten / Satz ist wahr oder falsch?

Hitliste:
1. auf nichts, 2. auf mich, 3. auf den Tod
1. keine Antwort, 2. auf Naturgesetze, 3. auf Religion
auf Leiden in der Welt und Ungewissheit des Todes

Zusammenhang mit Wünschen, Bedürfnissen

Kann man sich 100%ig verlassen?

Frage impliziert etwas, das außerhalb der Zeit, der Zeit enthoben, etwas ist
gibt aber nichts mehr außerhalb der Zeit
Thema sollte sein: wie gewöhnen wir uns ein darin, dass auf nichts mehr Verlass ist?
Ist Außerzeitlichkeit Bedingung der Möglichkeit von Verlässlichkeit?
Behindert Reflexion die Verlässlichkeit? Müssen wir wissen, erkennen, worauf wir uns verlassen? Ist das zwangsläufig eine erkenntnistheoretische Fragestellung?

Atomismus vs. Holismus

Das "Worauf" in unserer Frage lässt beides zu: "auf was" (Natur, Technik, Nichts) bzw. "auf wen" (Gott, andere, ich)
paradox zu sagen, man könne sich auf nichts verlassen, während man es doch alltäglich tut
unsere Frage zielt ja auch oder gar primär auf Metaphysisches, geht also über das alltägliche Sichverlassenkönnen hinaus
ich weiß nicht wo ich herkomme und wo ich hingehe und das macht mir Angst
Occam's Rasiermesser schneidet ominösen Lebensrahmen weg - zu Recht?
der moderne Skeptiker lebt nur im Diesseits; für Metaphysisches gilt: we don't know and we don't care
selbst die Philosophie des Geistes ist dominiert vom Materialismus, die beeindruckendsten Fortschritte macht nunmal die Neurobiologie
der Mensch ist auch nur ein Tier - diese Sichtweise lehrt uns viel
kosmologische Voraussagen auf Milliarden von Jahren hinaus sollen seriös sein, aber wer von Schutzengeln redet, ist schon verrückt?
Dualismus ist doch erledigt; mit einem "über den Wassern schwebenden Geist" ist nichts anzufangen
Pluralismus ist am tolerantesten; auch jede Wissenschaft kann von ihrer Warte aus aufs Ganze sehen
braucht die Physik ihren Beobachter wirklich? extremer Reduktionismus streitet den Geist einfach ab
um sich sicher zu sein, dass morgen wieder die Sonne aufgeht, braucht es keine wissenschaftliche Hilfe
der naturwissenschaftliche Feuilletonismus ist überschätzt, die große Vielfalt tiefer Gedanken jenseits davon ist unterschätzt
"Evidenz" des Naturalismus ist auch metaphysische Setzung
Braucht die Materie den Menschen, um zu sich selbst zu kommen?
Materie vs. Geist ist anachronistische Schlacht; zeitgemäß geht es darum, dass dazwischen etwas passiert
dem Geist gegenüber steht das Herz (Pascal)
dass es "mit rechten Dingen" zugeht ist doch zweitrangig hinter zwischenmenschlichen Verlässlichkeiten
die Frage sollte ehrlicherweise lauten: woran kann ich glauben?
ist religiöser Glaube auf einer Basis der Vernunft wählbar?

These: Jeder hat ein Paradigma

Verlässt sich der Autofahrer auf Newtons Mechanik?

Unterschied Alltag / Extremsituation

Urüberzeugung der unsprachlichen Gewissheit von Welt

Frage nach dem Grund der Möglichkeit von Verlässlichkeitsmodellen
- Sinnlosigkeit der Welt
Pflichtcharakter von Sinn-Systemen auf Grund Herrschaftscharakter des bestehenden Systems
- Inneres, das uns dazu führen will, nach Regeln zu handeln

Auf wen? Gott / Andere / Ich
Auf was? Natur / Technik / Nichts

Schmerzhaftes Zur-Welt-kommen und In-der-Welt-sein
Verlässlichkeit durch Kontinuität

These: Die Welt ist nicht wohlgeordnet; daher kommt die Frage; diese führt zum handelnden Ordnen
Kant (Ewiger Friede): durch Recht, Information, Austausch, Gleichgewicht (Abschreckung) zur Verlässlichkeit

Das Verlässliche im Zurück (Heimweh)
das Verlässliche im Vorwärts / Ich entwerfe mich und lebe das dann

Warum gibt es den intellektuellen Revolutionär nicht mehr?
Frankfurter Schule: schmerzliche Einsicht, dass der Revolutionär von heute der Mächtige von morgen ist > geht um Machtverzicht

geht um Einfluss des Überkommenen und Bedeutung der Emanzipation

Zeit(alter) des nicht-normativen Denkens
in Differenzierungsdiskurse einklinken
nicht der werden, der ich bin, sondern anderer werden
Differenz statt Identitäten
Das Sichere ist das Unsichere

Frageursprung in mir (Zweifel) oder in der Welt (Sinnlosigkeit)?

Verlässlichkeit in Realität bzw. in Glaubensvorstellung (Außerweltliches)
Was ist der Unterschied?
Verlässlichkeit der Subjektivität übergeordnet?
Bedeutugn des Augenblicklichen
Verlässlichkeit z.B. durch sprachlichen Ausdruck / Absicherung der Sprachsysteme durch mehrfache Korrelationen

Kann man sich auf Veränderliches / Subjektives verlassen?

Dass mein Gegenüber anwesend ist und mit mir spricht, gibt Sicherheit

Ist Verlässlichkeit eine Tugend? / Verlässlichkeit als ein Negativum

These: Verflüssigung und Verzeitlichung der Identität – Überzeitlichkeit ist passe
Mathematik als Phantasieprodukt ist kein Anker

Kopplung Verlässlichkeit, Sicherheit, Wahrheit ist verhängnisvoll
Wagnisaspekt: Wenn ich mich verlasse, ist es gerade nicht sicher

Sich-Verlassen als aktive Vorgabe (verbunden mit Erwartung) oder als passives 'Zurücklehnen' (das/der Andere muss Aktivität erbringen)

Verlässlichkeit ist nicht kontrollierbar – nicht (mehr) in Ablauf eingreifbar

< > konstruiere aktiv ein Bild, das mir suggeriert, dass ich mich verlassen kann
aber: man kann Verlässlichkeit nicht herstellen

These: Man muss sich auf Dinge verlassen, obwohl wir wissen, dass es sich nicht so verhält
Sich-verlassen als Wunschbild des Selbstmörders > Verlässlichkeit als naiver Wunsch
Sich-selbst-konstruieren als ein (immer schon) Drinstecken > Wunschbild des Von-sich-absehens

Bsp. Des Königs, dem alles, das er anfasst, zu Gold wird > Verlässlichkeit nur des anderen