Die Projekte Philosophischer Gesprächskreis

Archiv Gesprächskreisprotokolle: 2009


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Zyklus Jugend
Zyklus Entwicklung, Fortschritt, Untergang
Zyklus Wahrheit oder Liebe?


Jugend


Ankündigung

In der philosophischen Tradition wurde wohl zumeist das Alter,
zumindest das Erwachsensein bevorzugt.
Nun müssen auch wir uns überwältigen lassen von
der Wichtigkeit und Ausdehnung des Jugendlichen,
um nicht zu sagen: des Kindlichen.
Was hat es denn mit dem
vormalig Unreifen und seiner Dominanz auf sich?

Wir fragen nach der

Jugend

und konstatieren schon einmal:
So jung kommen wir nicht mehr zusammen.

Diskussionsverlauf

Beschäftigung mit dem Begriff aktuell aus der Bedeutung des 'live long learning' ebenso wie der Kompatibilitätsforderung des Zeitgeists (Lifestyles)

Begriffsklärungsversuche:
- wenn alles Bisherige in Frage gestellt wird, Rebellionscharakter;
- jung an Jahren biologischen Alters;
- als Gegenkultur (diese Bedeutung heute am Verschwinden (?))

Schwierigkeit, sich ideologischen Systemen zu entziehen / passiert aber was: Diskurs über Subjekt und Identität

These: Wir alle bleiben jung: bleiben unfertig, fragmentarisch

Wesen der Jugendlichkeit? 'Man ist so jung, wie man sich fühlt' bleibt aussageleer (im Gegensatz zu: man ist so froh (traurig), wie ...)

Historische Entstehung von 'Jugend'

Kindheit: nicht zielstrebig – Jugend: zielstrebig, aber Zeil weit weg (soll nicht aufhören)

Arbeits- bzw. Berufsbeginn als Ende der Jugend (sich durch den Beruf definieren)

'live long learning' als Form der Kontrollgesellschaft / man muss sich ständig neu erschaffen als Ich, kann nicht mehr mündig werden

Entscheidungsproblematik – entscheiden tun vor allem Erwachsene (?)
Jugend demgegenüber: Freiheit und Abenteuer

Hat Jugend versagt, wenn Erwachsensein verschwindet?

Bedeutung von Kontinuität vs Bedeutung von Diskontinuität
wo ich auftauche, wo etwas passiert, wo ich heraus falle
vorrangig in der Jugend (?)

Begriff der Jugend in unserer Gesellschaft missbraucht, diese ist eigentlich kindlich (zeitlos; mehrere Identitäten gleichzeitig)

Segen, wenn biologische Fitness und Revoluzzerzeit nicht gleichzeitig stattfinden (?)

Bodenlosigkeit der Jugendzeit; später immer mit Fundament?

Jugend kein Selbstzweck: Werden soll zum Sein kommen (Lebensalter: Werden – Sein – Vergehen)
Immer weiter etwas vorhaben vs das Wesentliche noch vor sich haben
braucht aber immer Vision von Werden, um sein zu können

Jugend als Symbol für Übergangsphase zwischen Identitäten; braucht heute (z.B. beruflich) mehrere solcher Phasen

Ästhetisierung und Überzeichnung der Jugend – Idealisierung durch Ältere
dem gegenüber Traurigkeit der Jugendlichkeit

Anthropologischer Horizont: Jugend als Teilmenge
Wie verhält es sich mit den besonderen anthropologischen Thematiken bei dieser Teilmenge
Glück / Selbstverwirklichung

Zeit der Optionen

Gibt es Jugend als 'schöne Gegenwart'?

Erziehung – zu funktionierendem Glied einer (pathologischen) Gesellschaft vs Aufbruchbedürfnis / Selbst-Mach-Bedürfnis

Seit Schopenhauer-Nietzsche-Freud zunehmend desillusioniert, dass Wille (~ Jugendlichkeit) durch Rationalität ersetzbar
Erwachsener nurmehr als müder werdender Jugendlicher

Können aber sagen, wie wir es idealistischerweise haben wollen – sich denkerisch entwerfen

These: Beginn als plötzliches Ereignis des 'Ich bin ich', weiß aber nicht, was das heißt. Ende wäre entsprechend das Erreichen einer gewissen Ich-Identität
Prozess kann schief gehen / Konditionierung statt Bildung
Angstproblematik, Einsamkeitsproblematik
Anfang als Initial leichter fest zu machen denn Ende

Sich langweilendes Kind vs sich langweilender Jugendlicher


Entwicklung, Fortschritt, Untergang


Diskussionsverlauf

Es fehlen die Universalgelehrten
Jeder 'kennt' nur noch einen Ausschnitt des 'Wissens', dadurch gerät das 'System in eine Instabilität

Ruf nach den Philosophen im 'Tollhaus' Neuzeit, dass sie Verantwortung übernehmen sollen.
Das Untier Mensch muss abgeschafft werden.
Die Jugend muss in die jeweilige Kultur 'eingeführt' werden – Eltern übertragen keine Werte mehr an ihre Kinder.

Die 68er ... was taten sie?

Revolutionäre: Gegen Gewalt hilft nur Gewalt
Inwieweit ist es notwendig zu handeln wie die Baader-Meinhof-Gruppe?
Ohne die 68er hätten wir heute eine ganz andere Gesellschaft

Die heutige Jugend geht nicht mehr auf die Straße

Forderung: Die 68er-Bewegung hätte fortgeführt werden müssen ... wir sind faul geworden und träge

Hat der heutige Weltzustand etwas mit der 'Technik' zu tun?
Wer ist Täter, wer ist Opfer? Technik oder Mensch?

Gefahr:
Die virtuelle Welt
Verordnete Individualität (z.B. in der Werbung)

Wer hat das Sagen, wer bestimmt, wie die Jugend heute 'ist'?
Welchen Einfluss hat die Religion?
Was ist der Auftrag der Erziehung, der Pädagogik?

*

Das Nichts als 'absoluter Nullpunkt' (wie °Kelvin) oder als 'Mittelwert' im Optimismus-Pessimismus-Horizont

Prozess und Information als einzige Naturkonstante
These: Geist hat keinen Untergang

Sieger schreiben Geschichte, aber das hat auch Sinn – das Bessere setzt sich durch > Verwissenschaftlichung
Fortschritt und 'Vergessen' in der Philosophiegeschichte (Bedeutung des Vergessens)

Entwicklung als Entfaltung oder als Zufallsabfolge
nicht gradlinig
Kontext- und Situationsabhängigkeit des Denkens
Fortschrittsaspekt gar nicht entscheidbar

*

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft:
von Ende zu Ende oder von ewig zu ewig?
Vor-Aufklärung: Goldenes Zeitalter Vergangenheit / Zukunft
Nach Aufklärung (bzw. gegenwärtig): Endlichkeit zwischen zwei Nichtigkeiten
Aber auch: 19. Jahrhundert: 'Ewige Gegenwart' – Problematik der Möglichkeit von Veränderung

Heidegger. Warum vergeht Zeit, man könnte doch auch sagen: Zeit entsteht

*

Gegen den philosophischen Zeitgeist:
'Fortschritt' und 'Untergang' verweisen auf Kollektiv eher denn auf Individuum
das alle Betreffende (katholos) hat etwas Verpöntes
wird nicht mehr ernst genommen, wenn jemand an / für das große Ganze denkt

Bsp. Jugendliche Amokläufer
Hinweise, dass es um nichts Persönliches geht; politisch philosophisches Statement, dass Untergang zu befördern ist. Gesellschaft soll aufgerüttelt werden; hier ist ein Missstand
Theoretisches Defizit bzgl. der Perspektivelosigkeit der Jugendlichen

Es fehlt ein Forum für Weltschmerz

Neuer kategorischer Imperativ: Du darfst nichts merken. Und wenn du etwas merkst, dass darfst du nicht darüber reden

Perspektive durch Elite (> Ortega y Gassett) oder durch Anerkennung

Zukunftsangst durch
endliches Leben gegenüber ehemals unendlichem Leben
Informationsflut (Problematik überfordernder Information insbesondere für Jugendliche)
Assoziation: Wir sind alle Nachkommen von Menschen, die mit der Überforderung durch Information (Kriegsereignisse) in Jugendjahren konfrontiert waren

These: Es bedarf immer eines Untergangs zum ...

*

Assoziation zu neuen Erkenntnissen bzgl. des Ohnesorg-Attentats
Problematik der Zeitverschiebung: Geschichte müsste umgeschrieben werden?
Besteht Interesse, die Vergangenheit daran neu zu interpretieren? Eher nicht

Bsp. Romantik: Nicht zeitliche Parallelität verschiedener Bereiche (Dichtung, Philosophie)

'Vor der Urknalltheorie war die Vergangenheit unendlich'
Möglichkeiten der Technik verändern historische Abläufe (z.B. Twitter / Iran)
what-if-Dskussion bringt nichts, denn Sache passiert, impacts geben Anlass zu Aktivitäten

Im Materialismus ist der Mensch Sekundäreffekt
Wie kommt es aus so einer Theorie zur Theorie des fundamentalen Egoismus?
Warum ist Überlebenswille(-trieb) egoistisch? Annahme ist ein Vorurteil
Bakterien sollen sich verhalten auf der Grundlage von Voraussicht

Intelligentes Tun ist Problemlösen ohne Probieren

Bedürfnis der Versicherung von Realität als Fundament des Materialismus?

These: Theoretiker sind Ideologen

*

Zeitalter der Religion ist zu Ende
Zeitalter der Ideation ist zu Ende
Jetztzeit ist Zeit des Realismus (endlich nicht denken)
vs alle sollen Denker / Philosophen werden

Verlust der sprachlichen Reichhaltigkeit des Griechischen durch Rom (von kronos und kairos zu tempora)
Wahrheit ist in Erkenntnistheorie abgerutscht
Christentum: Diese Erfindung stört den Kosmos
> Zerlegung des Christentums > Vermathematisierung > Dominanz des technischen Nutzens > Gleichschaltung (alles sieht überall gleich aus)

Vor der Reflexion bestehende 'Grundsachverhalte' vs Denken als Naturkorrektur


Wahrheit oder Liebe?


Ankündigung

Der Zeitgeist fordert ja immer irgendwie heraus und uns auf ganz besondere, weil grundsätzliche Art.
Wenngleich noch nicht entscheiden ist, ob wir hierbei hoffnungslos veraltet sind oder doch ganz zukunftsträchtig wir fragen:

Wahrheit oder Liebe?

und reden damit in ernsthaftester Weise der Philosophie das Wort.

Diskussionsverlauf

Eigentlich: Wahrheit und Liebe (?) Gemeinsamkeit: Einheitstendenz, -sehnsucht

Im mitmenschlichen Umgang zu entscheiden: Wahrheit oder Liebe ('ehrlich' aber rau vs. 'herzlich' aber glättend)

Was ist überhaupt Wahrheit? Immer subjektiv?

'Profi in der Arbeit – Laie zu Hause': In kollegialen Situationen mit Bedacht, wie mit dem anderen umgegangen wird; zu Hause in der 'Liebesbeziehung' der Anspruch auf unverstellte Ehrlichkeit

Liebe auch auch Verhältnisse zu Nicht-menschlichem anwendbar? Z.B. Liebe zur Natur (zur Landschaft)

Wahrheit heute als Erkenntnis verstanden (in griechischer Antike: der Gegensatz aletheia (Unverborgenheit) vs. pseudos (Täuschung, Lüge))
Aber: Was sichert den Wahrheitsstand als nicht nur subjektiv?

Problematik der doppelten Wahrheit: „Ich liebe Dich“ - „Das glaube ich Dir nicht“
Problematik des Unbewussten > These: Liebe als Leiter zur Bewusstheit

Liebe außerhalb des Verstandes- - Vernunftbereichs (?)

Mit den Begriffen gefangen in Subjektivität? Bemühen um Eingehen auf den Phänomencharakter der Sache als Weg vom Subjekt zum Wesen der Sache

Liebe als Erkenntnsinstrument, Methode

'Liebe' im limbischen System – Neocortex (Bewusstsein, Wahrheitsfrage) darüber, danach

Wahrheit als Konstrukt vs. Wahrheit als zu Entdeckendes (hieraus folgt sodann Versicherungsbestreben)

These: Wahrheit dient der Arterhaltung, nicht der Selbsterhaltung (hier geht es um subjektive Wahrheit); daraus Kriterien, inwieweit Auseinandersetzung mit Wahrheit sinnvoll

Wahrheit als Heureka-Erlebnis: plötzlich passt alles zusammen; ist rational beschreibbar und kommunizierbar > Verständiger hat selbes Heureka-Erlebnis
These: Dennoch Subjekt vorgängig, nur der 'Eindruck' im Heureka, dass ein Nachvollzug stattfände

Ausgangspunkt: Banker machen weiter wie bisher; sollten sich dem philosophischen Gespräch öffnen, tun es aber nicht

Viel Geld bei Geheimhaltung der Tätigkeit
weder Wahrheit noch Liebe sind da Thema

Negative Nachrichten wirken nicht (also Abschaffen); aber negative Realität wirkt

Versinkende Bedeutung der Individualität

Liebe zum Geld als unsere heutige primäre Liebesform?

Voraussetzung für die Leibe: Selbstliebe?

Liebe m historischen Wandel oder sich durchhaltendes: Kontrollverzicht; Mittel, nicht Zweck
Problematik des hehren Zieles

Wahrheit: Ergriffen werden von ihr (Heureka!) oder etwas, das ich unter Kontrolle bringen kann (Aufklärung)

Geliebt-werden
Kirche ursprünglich der Ort des Geliebt-werdens > dadurch Kontrolle Möglichkeit

Homer, Shakespeare, Dostojewski: Liebe: Leidenschaft …

Kontrolle: eher bzgl. Liebe, eher bzgl. Wahrheit?

Liebe vielleicht sprachlich gar nicht beschreibbar

Wahrheit und Liebe passieren; wird ergriffen, ganzheitlich

Liebe ohne Wahrheit ist blind
Wahrheit ohne Liebe ist kalt

Endgültigkeitscharakter

Antike: physis ist aletheia; das von sich her Aufscheinende und aus sich selbst Herauswachsende

Liebe auf den ersten Blick > lässt nach > Wahrheit kommt hoch > pragmatischer Ausgleich
(Gegenbsp.: Früher suchten die Eltern aus)

Verliebt sich nicht in irgend wen vs. überkommt einen (wider besseres Wissen)

These: Wahre Liebe ist ein respektvolles Gegeneinander, weil 'frei', nicht z.B. triebgesteuert

Selbstverständlichkeit von Liebe wie Leben >

Grund der Möglichkeit des Scheiterns von Liebe?
Wegfall gemeinsamen Ziels; Kontrolle, Angst

Wahlmöglichkeit Freiheitsgrad > Freiheit als Begrenzer von Liebe

Liebe in Nähe zu Verständnis (und Verbindungsbegriff zur Wahrheit)

Ist ein Laissez-faire in Bezug auf Liebe möglich?
Liebe als Gemeinsames haben können

Kriterium Alltagstauglichkeit

durch 'Arbeit' zur Liebe vs. Liebe macht alles leicht

Stichwort worthwhile

These: Liebe ist zweckfrei
Zweck-Zweckfreiheit-Balance

Liebe: weiter machen wollen, auch wenn man müde ist / Aufhebung von Zeit
<> Gefühl, gerade nicht an der schönen, besseren Stelle zu sein (Zeitgeist)

Liebe muss freiwillig sein: Die jüdische Kabbala z.B. maßt sich nicht an, Liebe von Eltern zu Kindern bzw. Kindern zu Eltern vorzuschreiben

Verlieben ist unfrei, weil körperlicher Trieb - lieben ist frei, weil geistiger Entschluss

Ein Hinweis auf echte Liebe: wenn sich der Horizont von Unendlichkeit einstellt (das Gefühl es könne ewig halten)

Die Liebe ist keine Erfindung des Individuums, die Liebenden genügen einem 'volonté général'

Für die Philosophie ist weniger wichtig zu sammeln, was jeder einzelne bei der Liebe fühlt, sondern herauszufinden, was aller Liebe zukommt

Die Liebe kümmert sich nicht um gesellschaftliche Regeln: einer kann liebender Ehemann sein, obwohl er eine Freundin hat

Sonntägliche Kirche als Liebesangebot gedacht: hart arbeitende Menschen werden zur Gemeinschaft in eine Art künstliche Großfamilie eingeladen

Individuell-idealisierte Liebe als Folge einer Entfremdung von der realen Liebe z.B. in der Stammesgemeinschaft, wo noch alle Generationen selbstverständlich miteinander zu tun haben durften

Kritik an modernen Zeiten als Grab der 'echten' Liebe macht es sich zu leicht; Aufgabe der Philosophie, durch abstrahieren und wieder konkret werden neue Möglichkeiten aufzuzeigen

These: Goethe wusste noch, was Liebe ist, siehe Marienbader Elegie; Gegenthese: die junge U. v. Levetzow wurde vom alten G. nur benutzt, um seine erlahmende Schreibkraft zu befeuern

These: Die Liebe ist zwar etwas Höheres, kommt aber wie alles aus der Natur (Monismus); Gegenthese: Die Liebe ist das Ganz Andere, ist Gegenentwurf zur grausamen oder zumindest ethisch gleichgültigen Natur (Dualismus)

Kinder machen das allermeiste wie die Eltern; Verantwortung für Liebesfähigkeit liegt in der Familie

Lieben lernen für sich alleine, z.B. beim Lesen von Rilke-Gedichten

Kirche hat theoretisch die Liebe gepredigt und praktisch die Menschen gequält; Altes Testament ist z.T. eher Anleitung, wie man es nicht machen darf; Gott als trotzig-verwöhntes Kind

Die meisten entscheiden sich nicht zwischen 'Wahrheit oder Liebe?', sie suchen den Kompromiss; z.B. Märchen im Kindergarten, Literatur in der Schule, echter Kunstgenuss für Erwachsene: Vermittlung von Wahrheiten, liebevoll verpackt

These: die Liebe wie die Wahrheit geben Sicherheit; Gegenthese: Nichts kann mehr Angst machen als Liebe und Wahrheit

Wahrheit i.S.v. Szientismus-Ideal hat Liebe i.S.v. religiösem Ideal abgelöst, als Naturwissenschaft erfolgreich wurde; nach dem alten Athen bis weit nach dem Mittelalter (bis heute?) hat Kirche die Wissenschaft blockiert

Heute ist Liebe Privatsache, Wahrheit ist objektive Sache der Gemeinschaft

Individualismus der Postmoderne ist Retrobewegung zur Liebe; dass Südländer lauter sind, mag im objektiven Mittel stimmen, aber diskriminierender Schluss vom Allgemeinen aufs Individuelle ist inzwischen verboten

Die angeblich objektive Wahrheit ist von den Herrschenden immer gegen die Liebe verwendet worden, Willkür wird i.a. mit Sachzwängen begründet

Postmoderne als Renaissance der Individualität (man darf nicht verallgemeinern)
gegen Totalitaritäts-Anspruch von Wissenschaft > Wahrheit

Evolution und 'Mensch als Träger der Liebe'
(Eibl-Eibelsfeld: durch aufrechten Gang zu kurze Austragszeit, verlängerte Embryonalzeit (extrauterin) als Ursprung der Liebe)

Im Vordergrund: Geliebt-werden-wollen / Lieben ? (3. Möglichkeit: Hingezogen werden)

kann das Denken lieben, oder kann das Denken nur denken?

Bedeutung von Heimat / Sehnsucht
Identifikationsbegriff

Muss mich lieben um zu lieben vs. Suche im anderen mich selbst

Zusammenkommen in der Liebe in Hinblick auf Überhöhung (der Summe der Individualitäten) > Kind

Erziehungsaspekte vs. Abschaffung des Über-Ich

Selbstliebe als Voraussetzung für Liebe?
Naturalistisch nicht möglich: Keine Hormonreaktion gegenüber mir selbst
Liebe ist Erfindung
'Liebe dich selbst' als Gegendogma zu anderen christlichen Dogmen: 'Der Gute denkt an sich selbst zuletzt'

Liebe: Person in ihrer Komplexität annehmen
ohne die Person bin ich krank

Liebe der höchste Begriff für eine Beziehung zu etwas außer mir