Die Projekte Philosophischer Gesprächskreis

Archiv Gesprächskreisprotokolle: 2012


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Zyklus Das Ende der Vernunft
Zyklus Was ist Wissen?


Das Ende der Vernunft


Diskussionsverlauf

Schopenhauer erster Irrationalist, der aber dennoch die Vernunft hoch gehalten hat
Nietzsche der zu kritisierende, weil er die Abkehr von der Vernunft bejubelt (?)

Das limbische System vs. frontaler Cortex: Mensch ist der Freiheit inne,die Übermacht des LS zu hemmen

Freiheit
- in gesellschaftlichem Kontext durch Möglichkeit zur Emotionalität
- in Bezug auf mich selbst durch Absehen von Emotionalität

Freiheit der Wissenschaft und in dem Sinne Wissenschaft als ein (wertfreies) Werkzeug oder Homo oeconomicus als Maßstab?

Stand des Heute das Ergebnis einer Vernunftentwicklung?

Verschiedene Aspekte von Vernunft: Rationalität/Messbarkeit vs. Freiheit der Moral (Kant)

Vernunft in Bezug auf unseren Themenkreis: Bedächtigkeit der Philosophie und Wissenschaft
Vernunft als zielführendes Unternehmen

Neurowissenschaftliche Ergebnisse die Folge von Vernunftprozessen?
> Frage der Methode und Frage der Deutungshoheit

Wie verwirklicht sich Neugierde in Bezug auf einen (ihren) Gegenstand?
Methodenwahl der Angemessenheit: Jeder Gegenstand fordert seine Zugehensweise
Ist das eine letztlich moralische Fragestellung, zu der ich die wirkliche Intention nicht erkennen kann?

Ende der Vernunft: Weil Vernunft schwer ist (Bewusstmachung, Erkenntnisprozess)

Vernünftig sein als Wohl tuend

Anonymisierung und Desinformation durch eine bestimmte Clique?

Tendenz, den Begriff 'Ende der Vernunft', ob mit oder ohne Fragezeichen, als Ganzheit zu fassen, nicht begrifflich zu zergliedern

Was war vom Initiator des Themas (seither nicht mehr anwesend) gemeint?
Vermutlich: Hervorhebung der 'Seele' gegenüber der Vernunft als Bedrohung; Die 'Schamanen' drohen, überhand zu nehmen
S: Wir haben das bessere Weltverständnis, Vernunft macht die Seele kaputt
zugunsten des 'gesunden Menschenverstandes' (der etwas anderes ist als Vernunft (?))
Böser Geist gegen gute Seele
z.B: Klages: Der Geist als Widersacher der Seele

Gegenposition: Vernunft wächst weltweit immens
z.B: Rückgang der Gewalt (zumindest prozentual bzgl. Weltbevölkerung)
aber: Was heißt Gewalt? Was wissen wir diesbezüglich über die Vergangenheit (waren nicht dabei)?
Was ist das für ein Gegensatz Vernunft – Gewalt?

Spannend wäre, eine Gewinn-Verlust- Rechnung der Wissenschaft aufmachen zu können

Wo ist der Sitz der Vernunft?
Geist (klassische Philosophie)
Seele (> auch: Moral)
Körper (evtl. in Kombination mit Seelensitz: Lebensphilosophie, Biologie)

Andere Assoziation: Quantentheorie: Beobachter verändert beobachtete Welt – gibt keine Realität ohne Beobachter
Vernunft und Realität verlieren Absolutheitsanspruch

Vernunft als Vermögen, intuitiv Muster zu bilden; sich auf erlernte Gegebenheiten einzustellen

Vernunft als Instrument, um Kohärenz unterschiedlicher Bereiche überprüfen zu können (z.B. Politik, recht, Moral)

Kann man unterschiedliche Gesellschaftsmodelle rational gegeneinander abwägen?
Nein > gibt nicht eine Vernunft

T: Vernunft setzt Wahrheit voraus (auch subjektiv) Frage nach Fundament/Maßstab
zwei Antworten möglich:
- 'Wenn wir alle vernünftig wären, ginge es uns allen gut'
- partikulare Systeme > kann mich nicht um alles kümmern, habe meine Systempräferenzen
macht beides Unbehagen
Problemlösung auch als 'Kann ich wollen, was ich will?' Heraustreten im praktischen Bezug

Zwei Vernunftebenen: Immanente Vernunft eines Systems (einer Ideologie) (innere Logik) und Möglichkeit des Heraustretens (nicht nur im praktischen Bezug), der Beurteilung aus Beobachterposition > sich verstehen wollend dem 'Fremden' (Historischen, Anderen ….) öffnen

Hat Vernunft überhaupt schon begonnen? (wenn man mit dem 2-Tonnen-Auto zum Semmelholen fährt)
Vernunft als Projekt; fängt gerade erst an vs. 'wir haben das jetzt 2000 Jahre probiert, aber es ist gescheitert'

Ursprünglichkeit ist verloren gegangen / Nachhaltigkeit ist aus dem Blick

Aspekt des Anstrengenden im Ergreifen der Vernunft
T: Das Denken, das anstrengend ist und eine Zurücknahme der eigenen Position bedeutet, wurde durch das 'carpe diem' ersetzt

Bedeutung von so etwas wie Wikipedia, insbesondere der kollektiven Zusammenarbeit

'Wir haben uns Werkzeuge zugelegt, die wir nicht mehr beherrschen' > unvernünftig; gilt aber als mutig heutzutage
War das nicht immer so, dass das Wissen den (technischen) Errungenschaften hinterher lief?

T: Historischer Verlauf: Mensch schafft Probleme und schafft sie durch Vernunft wieder ab

Was würde es gegen das Ende der Vernunft helfen, man würde mal für einen Samstagabend alle Fernsehsender abschalten?
Ein Reißbrettspiel, auch wenn es nicht durchführbar ist (Vergleich 1. Ölkrise mit autofreien Sonntagen, die ja von einem selbstbekennend vernunftgesteuerten (Helmut Schmid) verantwortet und durchgesetzt wurden)

'Die Welt hat sich geändert' oder: Die Vernunft hat sich geändert?

Wenn die Vernunft endet, was kommt dann nach? Etwas besseres?

Vernunft endet spätestens mit Foucault als Universalprinzip – bleiben nur Machtinteressen
Ende eines mentalen Konstrukts oder einer Tatsächlichkeit?

Vernunft als Mischung aus Verstand, Erfahrung und Weltbild (? z.B: vs. Kant)

Nach dem Ende der mathematischen Form der Rationalität (die sich verdeutlichte in der Vorherrschaft des Wirtschaftssystems und der Staatsbürokratie; Leben aber ist in diesen Strukturen nicht wirklich beschreibbar) entsteht eine Pluralität der Rationalitäten, deren enormes Potential allmählich sichtbar wird

Adorno/Horkheimer: Rückführung in Mythos, Totalität als Verblendung

Vernunft als Orientierungsmaß bezüglich dem eigenen (auch menschheitlichen) Überleben
gibt also mehr als mathematische Rationalität?

Vernunft(begriff) einzusetzen in ein 'ganzheitliches' Konzept
Woher dies? Freier Markt der verschiedenen Rationalitäten?
Oder gesetztes fundamentales Interesse? (Überleben?)

Vernunft zu Ende als Projekt der Rettung der Welt durch das Abendland
nicht zu Ende als Einzelforschungsbemühen (z.B. Nanotechnologie)

Frage nach der Wahrheit der Vernunft, dem Wesen der Vernunft
z.B. in der Infragestellung der Bedeutung der Gegensätzlichkeit von wahr/falsch

Humane Vernunft ist vernachlässigt: Welche Regeln dienen dem harmonischen Zusammenleben, dem Glück, dem Frieden?

T: Vernunft als Gemeinschaftsprojekt, Zurücknahme der Einzelposition
Gegen-T: Vernunft als subjektiver Geltungs- und Machtanspruch

Ende der Vernunft als Ende des Diskurses
> Assoziation 'Eindimensionale Gesellschaft' (Herbert Marcuse): Ort und Möglichkeit der kritischen Distanz?
Welcher Diskurs, welcher Dialog ist möglich?
Wie kann das Andere der Vernunft Gewicht gewinnen?

Tendenzen zur Auflehnung gegen das Ende der Vernunft

Gibt es einen Anfang der Vernunft?

Zur Begriffsgeschichte
Vernunft spiegelt (potentiell) vernünftige Welt
Vernunft ist Erfindung zur Strukturierung von Welt (mit unterschiedlicher Bewertung dieser Sicht)

T: engl.: reason > was begründet ist, ist vernünftig

Was ist gemeint, wenn man zum Kind sagt: Sei doch mal vernünftig?
Einfinden in Regeln
Nicht: Nutze deine Vernunft, sondern: Tue, was ich sage
Vorbereiten auf Vernunftanwendung
Sei vorausschauend

Vernunft hat enormes Potential – vervielfältigungsfähig – viele Formen von Vernunft (Rationalitäten)
seit Kant: drei Rationalitäten: theoretische, praktische, ästhetische
in Verschränkung miteinander und unter Einbeziehung des Emotionalen

in Philosophiegeschichte immer wieder ein Ende der Vernunft behauptet

Diskurs der Sensibilisierung – in Aufklärung: Empfindsamkeit
Einführung der Ästhetik (Baumgarten: 'sinnliche Erkenntnis')
Elemente, die sich der Vereinheitlichung (durch Rationalisierung) entziehen
Kann Vernunft auf Vereinheitlichung verzichten?

Wie organisieren sich komplexe Systeme?
Nicht nach Zweck-Mittel-Vernunft
konstituieren sich im Vollzug > verlangt nach komplexer Form der Vernunft
Nicht die vorgefundenen komplexen Systeme sind das Problem, sondern die selbstentwickelten

Animalische Vernunft – beherzte (humane/humanistische) Vernunft – reine (göttliche, absolute, objektive) theoretische Vernunft
als historische Entwicklung – dann Umkehr, aber 'ganz' zum Anfang

Verfahrensrationalität

Vernunft abhängig von Sprachstrukturen / von Persönlichkeitsstrukturen

Rolle und Bedeutung der Psychoanalyse in Bezug auf das Ende der Vernunft (nur angerissen)

> Möglichkeiten des Hintergehens von Vorgefundenem
grundlegend irrationale oder rationale Welt?

Vernunft fußt auf Wahrheit
Antike: Unverborgenheit vs. Verstelltheit (pseudos)
ab Rom: wahr/unwahr, richtig/falsch – Wertung kommt hinein

T: Vernunft als gelungene Wechselwirkung von Wissen und Autonomie

T: Kann System nicht steuern; und wenn man es steuern könnte, würde das nicht durch Vernunft gelingen

T: Ende der Vernunft drückt sich aus in in Gefahr setzen der Sphären (Biosphäre, Hydrosphäre, Atmosphäre …), in die wir eingelassen sind

Wo kommt der Maßstab her, der entscheidet, ob es (z.B. in Bezug auf Atomkraftwerke) vernünftig bzw. unvernünftig zugeht?

Frage nach den Protagonisten und Antagonisten der Vernunft
3 Beispiele für Antagonisten:
- Die postmodernen Philosophen, welche den gesellschaftlichen Diskurs für ein Machtspiel statt für den Schauplatz der Vernunft halten und sich nicht dagegenstemmen bzw. dem sogar beipflichten.
- Der Konsumismus mit seinem gigantischen Reklameapparat, der zur Unvernunft verlockt: erfüll dir deine Wünsche sofort, lebe deine Lust!
- Die östlich-meditative Wellnessphilosophie, die zum Fühlen im Augenblick und gegen die Nachdenklichkeit über Vergangenheit und Zukunft erzieht.
3 Beispiele für Protagonisten:
- Das mönchische Leben in Einfachheit, welches nach gerade mal zweihundert Jahren Industrialisierung evt. der einzige Ausweg aus der großen ökologischen Katastrophe wäre.
- Naturwissenschaft als universale Weltbeschreibung, welche überall in der Welt gelehrt wird
- Menschenrechtebewegung

Die Vernunft des Einzelnen und wie relativ diese ist: Das Dogma der Subjekt/Objekt Relation seit Descartes und dem Deutschen Idealismus. Wie ist dieses Dogma zu rechtfertigen? Sprechen wir also von der „subjektiven“ Vernunft oder gibt es auch „nicht-menschliche Akteure“?
- Auch ohne Kant gelesen zu haben ist doch die Vernunft nicht nur etwas subjektives, je eigenes, sondern etwas objektives, für sich stehendes, dem man sich denkend nähern kann.
- Ein vernünftiges Leben garantiert kein Glück; traurig, wenn einer stirbt, ohne richtig gelebt zu haben.
- Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden.
Immer wieder wurde gefragt, ob es eine Vernunft überhaupt geben würde, oder ob jeder „seine eigene Vernunft" habe.

Iinwiefern haben die Wissenschaften unser Leben erleichtert oder gefährdet.
Zurücknahme (Beispiel buddhistischer Mönch) und Quietismus: Dass es sehr fragwürdig ist, wenn man angesichts drohender Katastrophen sich an dem allgemeinen Treiben beteilige, um am Ende nicht leer auszugehen.
Kalte Moderne mit ihrem technologischen Fortschritt kommt zu negativ weg - wir können froh sein, dass wir ihn haben. Früher waren die Leute vielleicht gastfreundlicher, aber sie hatten nichts, was sie hätten teilen können.
Es gibt leider Argumente gegen die Vernunft, welche fast unschlagbar sind, z.B. ziehen die Unvernünftigen die anderen ja mit ins Verderben hinein - die Gierigen bestimmen das Tempo, wer nicht mitmacht, geht ganz leer aus.
Unvernünftige Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden, vernünftige Regeln sind dazu da, um befolgt zu werden.
Vernunft wird im großen Stil verhindert, die Leute werden systematisch hinters Licht geführt.

Vernunft als ominöses, höheres braucht es gar nicht. Einfach schauen, was die anderen so machen und sensibel für die eigenen Bedürfnisse sein, dann läuft die Sache schon.
Vernunft und Unvernunft halten sich immer ungefähr die Waage.
Philosophen sind im allgemeinen zu negativ. Die Welt ist schon in Ordnung, die Vernunft setzt sich durch, das geht sogar ziemlich automatisch.

These: Wir können uns als Menschen nicht anmaßen über die Natur noch über eine Weltvernunft zu urteilen und wir hätten dergestalt auch keine Vorstellung von diesen Phänomenen. Bezug David Hume: Alles kommt aus unserer Erfahrung.

Warum tue ich am Morgen etwas „Vernünftiges“, das ich am Abend nicht mehr als „vernünftig“ einschätze?
Ist Vernunft immer an Ethik geknüpft, gibt es vernünftige Verbrecher?

Gegen Ende eröffnete sich eine politische Diskussion über Umweltpolitik, Neoliberalismus und Verhältnis der Politik zu den Menschen.
Das Denken tieferliegender Phänomene sollte aber nicht durch einen vordergründigen Streit Staat vs Wirtschaft aufgegeben werden.

Todesproblematik als das Thema, mittels dessen Vernunft wieder ins Spiel kommen kann – vernünftige, weniger vernünftige und nicht vernünftige Position zu Tod
„Wer nicht über den Tod nachdenkt, kommt nicht bei der Vernunft an.“
Frage, ob von einem Todesmodell auf ein entsprechendes Lebensmodell geschlossen werden kann

Ende der Vernunft als Ende der Gründlichkeit der Fundierung von Wissen

Problematik, dass es Meinugnszentren nicht mehr als Fixierung gibt

Aufgeben der Verantwortung für Zukunft?

T: Was wir glauben ist Hebel der Vernunft

T: Allgemeines Zusteuern auf eine Entscheidung hinter dem Diesseits als Ende der Vernunft
Ausweichen vor der Diesseits- und Todesproblematik, indem es als wichtiger entschieden wird denn das Leben

Gibt es ein fundamentales lebensfugales Moment und ist die Vernunft dazu da, dagegen einzuschreiten?

Vernunft als Distanz zur Situation / Abwägbarkeit
T: Vernunft etabliert sich nicht im Ergebnis einer Entscheidung, sondern in der Entscheidungsfindung

Die Philosophen sind einst gestartet als Vernunftkritiker (Rationalitätskritiker)

Vernunft als Weitblick – Vernunft als Sorge: Beides geht zu Ende
Sorge: um gar nichts – ums ganze Universum
Wie viel Sorge (Ethik) ist vernünftig?

Vernunft – vernehmen, statt Bedürfnisbefriedigung nachzujagen
aber: Vernehmen als subjektiver, im Sinne von: beliebiger, Ansatz – oder gerade umgekehrt, als Nicht-aus-dem Subjekt-bestimmen-wollen

Humor hat im Kern Ernst, aus dem Vernunft entspringt

Wie wäre es, wenn die Koryphäen der Vernunft (z.B. Planck-Gesellschaft, Nobelpreisträger) selbst Symptom des Endes der Vernunft wären?

T: Das Ende der Vernunft ist der Beginn der Philosophie

„So viel will die akademische Philosophie nicht wissen, dass sie jeden – so wie hier – zu sich lässt.“

Keine Vernunft ohne Moral

T: Vernunft als Schwindelsystem, Rationalisierung von 'Trieben'

Verweis H. Arendt: vita acitva und vita contemplativa

Mensch als wesentlich aktiv oder reaktiv

Wir suchen nur postmodern zusammen, was auf dem Schrottplatz zu finden ist

Historisch jeweils die dominante abendländische Weltsicht als die vernünftige

Warum kann die Vernunft nicht langfristig denken?

Frage nach Strukturebene, zwei Vernunftebenen

T: Ende der Vernunft ist schon eingetreten
Was ist die 'altmodische Vernunft', die nun beendet ist?

Drei Aspekte des Menschen: sinnlich, denkend, handelnd
Philosophie als Entkopplung von Wahrnehmen und Denken
Vernunft als ordnendes Denken (aber nicht im Sinne filternder Wahrnehmung)

Ideal der Widerspruchsfreiheit ist verloren (z.B. Gödel)
umgekehrt: Bedeutung des Zweifels

Vernunft: Sich in der Welt lebensgerecht zurecht finden

Vernunft als Ehrenbegriff abgewirtschaftet

Vernunft in Regelhaftigkeit / Sinnhaftigkeit

Spielermentalität, oder Zunahme an Komplexität, die von Vernunft/Rationalität nicht mehr gefasst werden kann


Was ist Wissen?


Diskussionsverlauf

T: Wissen ist gerechtfertigte Meinung (Popper > Platon)

T: Wissen muss sich nach etwas richten

Begriffsfeld: Lernen, Erkennen, Glauben, Irrtum, Täuschung

Wissen ist heute ersetzt durch Fachexpertentum

T: Wissen ist Können; unaufhebbarer Handlungsbezug
Philosophie dem entgegen: Meinungen, Theorien, Einteilungen

Zusammenhang Wissen – Beweisen? Muss Wissen beweisbar sein?

Wir bewegen uns zwischen Idealen: objektiv feststellbare Wahrheit und individuelle Überzeugung, die nur für mich gilt
> Wissenskollektive
Drei Kategorien von Wissen: objektives, community, individuelles

T: Wissen ist Gegenteil von Glauben

Ist das Wissen an eine Person gebunden?

'Wissen hat ein dünnes Fundament'

Kohärenztheorie
Strittiges
auf den Prüfstand anderer Zusammenhänge stellen

Unterscheidung Wissen – Information

Dreiteilung:
physikalisches Wissen als überprüfbares – global
Wissen, das durch Kommunikation transportiert wird
Wissen der Kommunikationsform – kulturspezifisch

Problem: heute geht es um die ökonomische Nutzbarkeit von Wissen, bereits vor der Experimentsituation

Physik eigentlich Beispiel par excellence der Absicherung, aber nur marginale Fragestellungen

Wissen als Prozess oder Zustand

Langt Kants Beantwortung der Frage 'Was kann ich wissen' heute noch hin?

Muss Wissen bewusst sein?
Bewusst – nicht bewusst: Wenn es nicht da ist, wo ist es? Wer holt es hervor?
Unbewusstes als Teil des Bewusstseins
Intuitives Wissen – Ist das ein Können, aber kein Wissen?
Was will man besser nicht wissen?

Anderer 'Gegensatz': Bewusstsein – Realität (als außerhalb des Bewusstseins)
Kollektives Bewusstsein (?)
Gegensatz dann, wenn es darum geht. Durch Wissen Realität zu beweisen, abzubilden

Ideal des 'leeren Bewusstseins' (kein Wissen darin) im z.B. Buddhismus

Forderung nach hippokratischem Eid für Wissenschaftler

Frage nach der Sinnhaftigkeit von einer Auftrennung subjektiv-objektiv

Beruhigendes und beunruhigendes Wissen

T: Wissen ist Experten zugeordnet

Begriff Ideologie
erstarrte Wissensposition, totalisierender Wissensausschnitt, manipulierende Lüge
Ideologen die, die nicht anerkennen, dass sie selbst auch nur perspektivisch sind
gegenüber dem Selbstbestimmungsbestreben des Einzelnen (Bsp. Psychiatrie)

Was wird aus / mit dem Wissen, wenn keiner das Wissen kontrolliert?
Wissen ist kein normativer Begriff
Kriterium des Allgemeinwohls
Kontamination der Wissenschaft durch z.B. Wirtschaft
Kontamination der Philosophie durch z.B. Wissenschaftler

Wissen als das, was sich zeigt (unabhängig vom forschenden Bewusstsein)

Wissen etymologisch von 'Sehen'
Perspektive des Wissens für eine Handlungsorientierung

Bsp. Wissen von Zukünftigem (Erdbeben) und Verurteilung für Zurückhalten (?)
Fachwissen, um mit Instrumenten umzugehen
T: Instrument weiß, dass das Erdbeben kommt

Frage nach dem Eigentum des Wissens

Gesichertes und ungesichertes Wissen
nicht: gesichertes Wissen, sondern potentiell falsches
Vertrauen auf zukünftige Verlässlichkeit

Welchen Anspruch stellen wir an Wissen?

Wechsel der Weltsichten aus 'Handlungsstau'?
oder mit Aufbrechen eher Problemzuwachs – Handlungshemmung?
Bsp. Aristophanes – Die Wolken
Bsp. Einführung der Münzwirtschaft als Auslöser der Fragen nach dem allen (unterschiedlichen) Gemeinsamen

Unterschied: Gabe es den Westfälischen Frieden 1648 – Gab es das Gravitationsgesetz bereits vor Newton ?

Wissen als Sammeln bzw. 'zufällig' Gefundenes?
Wissen als Angesammeltes und Wissen als Reflexionsdistanz dazu

Gefahren, wenn zu viele zu viel wissen (Konflikt Bildung)

Wissensgesellschaft vs. risk-taking (Start-Ups)

gemachtes Wissen (z.B. 'Jura') vs. gefundenes Wissen

was ist gemeint bzw. stimmt die Aussage: 'Die wissen alles, aber sonst nichts.' (bzgl. Absolventen der ecole nationale)

Das Wissen, das (bis zu negierend) über das Fachwissen hinausgeht – das das Wissen reflektiert (?)
T: Dieses Wissen ist nicht lernbar (?)

Wissen – Weisheit (wie mit dem Wissen umzugehen ist)
know what – know how – know why – care why

Problematik des höchsten Punktes vs. Restoffenheit des Nichtwissens

explizites / implizites Wissen (entspricht intuitivem Wissen?) / 'Bauchgefühl'

Großes Wissen an Großen Menschen in Großen Ereignissen (Bsp. Hobbes Staatstheorie)

Drei Bestimmungsgründe unseres Denkens (historisch):
- Übersetzung der Griechen durch die Römer
- christliche Tradition
- deutscher Idealismus
dies reflektieren und befragen, ohne diesen Aufwand kein Wissen

Frage nach dem Wissen 'jenseits' der Wissenschaften

Wissen als Schlussakt der Erkenntnisbildung (Begriffsbildung)
(Platon: wahre Meinung / richtiges Verständnis mit Begründung)

Ist jede Aussage ein Wissen?
Glaube, Meinung, Wissen, Gewissheit

Die Facetten von 'Wissen ist Macht'
Wissen ist (politische) Macht
Wissen ist Vermögen und Mögen
faschistoide Tendenzen: Wissen, das kein anderes neben sich dulden will

Was ist Wissen?
T: Wissenschaft und Handeln führen hier nicht weiter

Bewusstseinsveränderung durch Kommunikation mit Weltbestandteilen

Wissen aus In-Beziehung-Setzen

Wissen im Horizont von Grammatik(-struktur) – 'angeboren'?

Wissen als Wissen von Konsequenzen

Problematik der Empirie (letztlich nur dadurch Wissen?)
Hierarchie von 'hochgeworfene Banane kommt zurück' zu 'Erkenntnistheorie'

Wissen um Methoden (Theoreme)

Bedeutung der Redundanz

Begriff der Gewissheit (Evidenz)

Bedeutung der Widerständigkeiten (hart, heiß, …)

Ordnungsbedeutung des Wissens
Wo kommt Ordnung her? Wird sie bestimmt oder vernommen?