Die Projekte Philosophischer Gesprächskreis

Archiv Gesprächskreisprotokolle: 2018


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Zyklus Wie kann es gelingen, in der Welt heimisch zu werden?


Wie kann es gelingen, in der Welt heimisch zu werden?


Ankündigung

Wie kann es gelingen, in der Welt heimisch zu werden?

Ist es heutzutage schwieriger, ein gelingendes Leben zu führen, als es das früher oder in jungen Jahren war und wenn ja, woran könnte das liegen? Ist alles immer kontextabhängiger, die Welt kleiner und dennoch unüberschaubarer geworden, sei es geschichtlich, sei es mit zunehmendem Lebensalter? Stehen Heimat und Liebe nicht mehr für konkrete Beziehungen, sondern sind zu mehr oder minder inhaltsleeren Begriffen verkommen? Warum ist/muss zwischen mir und der Welt so ein Unterschied sein?


Diskussionsverlauf

Bezug Sloterdijk – Sphären:
Geboren werden heißt nicht, in der Welt angekommen zu sein (entspricht das Heimisch-Sein?)
Welt erobern ist ein Aspekt
Gefühlt werden ist ein Aspekt

Platz fordern als Heimat – den Welt kann auf mich zukommen, oder umgekehrt
nicht mehr der Welt ausgeliefert

Ankommen als Prozess – und dann schon sterben (?)

Warum soll ich ankommen? Könnte Starrheit bedeuten

T: Mit Heimsch-werden gibt man Achtsamkeit auf

'Welt' ist zu großer Begriff (in München, Oberbayern …)

Eine innere Welt schaffen, in der ich heimisch werden kann

Trennung Heimat / heimisch-sein

Heimisch-sein des Fötus oder angewiesen auf seine Umgebung, passivisch

Parallelität Fötus / Auto

Konstruktion eines künstlichen Uterus > Haus, Heimat
Aspekt Schutz
aber auch in der Schutzlosigkeit (Bsp. Krieg) Gefühl der Heimat möglich

T: Heimisch: Verdrängung der Gefahr, die in jeder Sicherheit droht

Gesellschaftsabhängigkeit (?)

Geborgenheit

Kann mir materielle Heimat bauen / kann mir ideele Heimat bauen

Ankommen als Haltung > Gelassenheit der Welt gegenüber

Unterschied Auf-der-Welt (materiebezogen) / In-der-Welt (> Kunst)

Störfaktor 'meine' Welt als Possessivum
aber: Du kannst meine Welt stören
Meine Welt: Was mir offenbar wurde, was ich schon kennengelernt (und verarbeitet) habe

T: Wenn ich weltfremd bin, ist es mir gelungen (Weltfremdheit als Grundlage von Neugier)

In-der-Welt > Bewusstmachung

Wieso (zunächst) fremd? Oder zumeist?

Problematik des Wandels, der dem Heimischsein widerspricht
contra Badewannengefühl

Heimisch werden entspricht Sinn gefunden haben? / gibt keinen Sinn

Abgrenzung Heimatbegriff

Unterscheidung Heimat haben – heimisch sein
Heimat: Ort?
Heimisch: Innenzustand, es fehlt das Fremdsein als Möglichkeit
Zu-Hause-Sein als dritter Begriff (Gefühl?)

Bsp. Des Brahmanen > Haltung der Welt gegenüber
verlässt sein Haus, hat kein Dach über dem Kopf > will/soll Haltung des Heimischseins entwickeln
Nicht der Welt Herr werden wollen

'Welt' ist kein Ort

Ersatz für Welt: Kann ich mich in meinem Leben heimisch fühlen?
Zufriedenheit (glücklich sein mit dem, was mir begegnet)

Äußere Objekte kennenlernen und verinnerlichen > Persönlichkeit wächst > kann mich überall zu Hause fühlen

Der alte Mensch: fixiert auf Heimat / zu Hause?

T: Akzeptanz der Komplexität der Welt entspricht Heimischsein
vs. Alltag: Reduzierung der Komplexität

Verlust als Voraussetzung für Heimischwerden?

Kann man unter kriegerischen Bedingungen heimisch werden – Wenn die Verluste zu groß sind, dann nicht