Die Projekte Philosophischer Gesprächskreis

Archiv Gesprächskreisprotokolle: 1993


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Die hier ausgeführten Protokolle sind Gedächtnisnotizen, die nicht an die Teilnehmer weitergegeben wurden.


Zyklus Würde

Zyklus Zukunftsperspektiven

Zyklus Endzeitstimmung und Zukunftsperspektive (nur Einladungsschreiben; dieser Fortsetzungszyklus kam wegen mangelnder Teilnehmerzahl nicht zustande)


Würde


Ankündigung

Liebe Freunde und Interessenten des Philosophischen Gesprächskreises,
es scheint, als würde in den Turbulenzen dieses, nun zu Ende gehenden Jahres sich eine Besinnung, die nicht allein weihnachtlich zu erklären ist, kund tun. Daß sich an vielen Orten und in verschiedenen, nicht unbedingt zu erwartenden Formen Menschen zu Wort melden, ist vielleicht auch nicht nur auf den aktuellsten Anlaß der Ausländerproblematik in Deutschland zurück zu führen. In einer Zeit immer komplexerer Problematiken und immer subtiler arbeitender Strukturen melden sich Menschen auf der Basis eines sehr unpolitisch wirkenden Begriffes, zumindest eines fast abstrakten Begriffes: Der Würde.
Dieser Begriff soll uns in unserem nächsten Zyklus im neuen Jahr beschäftigen. Zunächst ist zu fragen, was mit dem Begriff überhaupt gemeint ist, in welchem Sinne er heute gebraucht wird (siehe oben) und wie weit er aktuell auslegbar ist. Desweiteren ist zu fragen, in welchen Bereichen Würde heute überhaupt zur Geltung kommt, kommen kann, in welchen nicht und warum nicht. Außerdem wäre nachzuforschen, ob Würde eine "Verfassung" ist, die alleine den Menschen betrifft, oder ob es uns nicht vielleicht und vielmehr um die Würde der Welt, eventuell sogar nicht nur des Lebens geht (absichtlich wird hier nicht gefragt: gehen soll).
Vom philosophischen Basislager aus möchten wir diese Thematik in gewohntem Diskussionsstil, erweitert aber durch "interdisziplinäre Forschung" (d.h. durch gezieltes Fragen nach Bedeutung und Rolle der Würde in Einzelbereichen, bsplw. ob Biologie, Psychologie, Wirtschaft, Theologie etc. Würde etablieren, berücksichtigen, praktisch unterstützen, überhaupt definieren können) ersteigen. Wir wollen dadurch auch an unsere weitgehend unbeantworteten Fragen nach der Gerechtigkeit und dem Fortschritt aus dem Herbstzyklus anknüpfen. Ohne bereits alles zu versprechen, wollen wir versuchen, die Tradition der Protokolle zu unseren Gesprächen wieder aufzunehmen.

Diskussionsverlauf

Ist vielleicht nicht so sehr von Würdelosigkeit, aber zumindest von beginnender oder drohender zu sprechen (im Weltgeschehen). Besonders auch unter dem Aspekt menschlicher Umgang im Berufsleben zu beschreiben (Bspl. Vorruhestand etc.). - Problematik eines zwangsläufigen Fortschritts, der aber gleichermaßen die Würde zunehmend zerstört. - Würdebegriff wird unter Kriterien der Marktwirtschaft, aber auch unter sozialistischer Betrachtung gar nicht angekratzt. Könnte auf idealistischen Begriff verweisen. - Was ist eigentlich mit Würde im GG gemeint? Allgemeinster Begriff, der mit Mensch synonym ist? - Handelt es sich um einen statischen oder dynamische Begriff? Eventuell beides unter unterschiedlichen Aspekten? - Honecker-Bspl. als 'würdiger' (und grundgesetzgemäßer) Umgangsweise mit Person, die Würde verletzt hat. Eine Definition des Würdebegriffes wurde noch nicht vorgenommen. Zum Abschluß Versuch einer Beschreibung von Würde als dem Ort des Menschen (aufgrund Darstellung von würdelosem Verhalten gegenüber 'Heimatlosen').
Doppelter Würdebegriff: allgemein (durch Schutzfunktion Menschenrechte) und speziell (durch spezielle Fähigkeiten, Eigenschaften). Allgemeiner Begriff soll auch für Tiere gelten (Viehtransporte).
Problemkreis Unterdrückung: Kriterium, daß Unterdrückung würdelos? (Die Unterdrückten wissen es vielleicht gar nicht). Hierarchien als solche nicht unwürdig.
These: Alles hat Würde, was mißbrauchbar ist. (Bspl. wie Art. 1 aufgrund Kriegserfahrung ins Grundgesetz gekommen ist.) Da im außermenschichen Bereich alles 'gefährliche Spekulation': Erweiterung der These: Die Würde des anderen ist erst erfahrbar, wenn er mich extrem stört. "Wer den anderen nicht als Gefahr für sein eigenes Subjekt empfindet, dem fehlt jegliche Legitimation für Moralität."
'Erkenne dich selbst' als einzige Möglichkeit direkter Erkenntnis und als Bescheidung. Von da her Vermutung über (und Hoch-Schätzung von): wie es um andere bestellt ist. Suche nach positivem Würdebegriff über Möglichkeit des partnerschaftlichen Verhältnisses; Würde über "Menschen in Funktion", wie wir damit umgehen.
Auf Grundlage Jonas' "Das Prinzip Verantwortung": Versuch, Würde positiv zu formulieren. In der Anerkennung der Lebensnotwendigkeiten (was nicht der Kritik an bestehenden Verhältnissen widerspricht). Philosophische Bestimmungen von Würde? Bspw. Kant: Zweck sein. - Geht das überhaupt? Aspekt der Würde als Wert.
Beharren auf 'negativer' Würde-Beschreibung als positiver Ausdruck. Würde als nicht abschließend Faßbares, sich immer mit dem Treffen auf Andere neu und weiter 'Darstellendes'. Würde als Forderung nicht als Beschreibung.


Zukunftsperspektiven


Ankündigung

Mit dem Beginn des Frühjahr-Sommer-Zyklus präsentiert sich der Philosophische Gesprächskreis in neuem Gewand.
Wir wollen unsere Diskussionen ein wenig stringenter fassen und deshalb für jedes Treffen eine spezifische These bzw. eine Thesen-Kontroverse ins Zentrum des Gespräches stellen. Dadurch soll ein manchmal beobachtetes "Abschweifen" und eine evtl. aufkommende Orientierungsschwierigkeit vermieden werden.
Für den nach Ostern beginnenden Zyklus haben wir uns dabei das Phänomen der "Endzeitstimmung", der allgemeinen "Verdrossenheit" und "Perspektivelosigkeit" vorgenommen. Wir wollen anhand unterschiedlicher philosophischer Ansätze selbst auf den Weg finden, Zukunftsperspektiven in positiver Weise zu erarbeiten und Ansätze für eine "Umsetzung in Lebendigkeit" zu gewinnen.
Unter Umständen ist die gegenwärtig verbreitete Stimmung eine nicht "das Leben im Gesamten" angemessen fassende Sicht. Dies herauszufinden bzw. Anfänge für ein Gegensteuern zu etablieren soll unsere gemeinsame Aufgabe sein. Es ist höchste Zeit, Alternativen anzudenken. Dabei soll jedoch ausdrücklich betont werden, daß unser Unternehmen sich nicht in irgendeiner Form ideologisch binden will.
Um den herzlich herbeigewünschten neuen Teilnehmern den Einstieg in das Mitdiskutieren zusätzlich zu erleichtern, haben wir beschlossen, den Unkostenbeitrag für unsere Veranstaltung zu erlassen. Wir versuchen, unsere Unkosten (Raummiete etc.) durch freiwillige Spenden zu decken.

Thesenpapier in Zusammenhang mit Botho Strauß 'Bocksgesang'

Seltsam, wie man sich 'links' nennen kann, da links von alters her als Synonym für das Fehlgehende gilt. Man heftet sich also ein Zeichen des Verhexten und Verkehrten an, weil man, voller Aufklärungshochmut, seine Politik auf den Beweis der Machtlosigkeit von magischen Ordnungsvorstellungen begründet.
Rechts zu sein, nicht aus billiger Überzeugung, aus gemeinen Absichten, sondern von ganzem Wesen, das ist, die Übermacht einer Erinnerung zu erleben, die den Menschen ergreift, weniger den Staatsbürger, die ihn vereinsamt und erschüttert inmitten der modernen, aufgeklärten Verhältnisse, in denen er sein gewöhnliches Leben führt. Diese Durchdrungenheit bedarf nicht der abscheulichen und lächerlichen Maskerade einer hündischen Nachahmung, des Griffs in den Secondhandshop der Unheilsgeschichte.
Es handelt sich um einen anderen Akt der Auflehnung: gegen die Totalherrschaft der Gegenwart, die dem Individuum jede Anwesenheit von unaufgeklärter Vergangenheit, von geschichtlichem Gewordensein, von mythischer Zeit rauben und ausmerzen will. Anders als die linke, Heilsgeschichte parodierende Phantasie malt sich die rechte kein künftiges Weltreich aus, bedarf keiner Utopie, sondern sucht den Wiederanschluß an die lange Zeit,die unbewegte, ist ihrem Wesen nach Tiefenerinnerung und insofern eine religiöse und protopolitische Initiation. Sie ist immer und existentiell eine Phantasie des Verlustes und nicht der (irdischen) Verheißung. Eine Phantasie als des Dichters, von Homer bis Hölderlin.
Die Gesellschaft ist schuld! Die Erziehung hat versagt! Hört man sie ungerührt rufen im alten Stil, die Moderatoren. Wie blind und hilflos erscheinen jetzt die kritisch Aufgeklärten, die keinen Sinn für Verhängnis besitzen, die die dynamische Verkettung von Emanzipationen im Generationswechsel so lange begrüßten, und jede aufständische, revolutionäre Potenz, bis sie, wie jetzt, ihren nackten, neutralen Kern entblößt: den brutalen Haß.
Daher handelt es sich auch bei den Schändungen, die Neonazis jetzt begehen, im besonderen ihren antisemitischen Ausschreitungen, keineswegs um militante Akte der Gegenaufklärung. Diese, im strengen Sinn, wird immer die oberste Hüterin des Unbefragbaren, des Tabus und der Scheu sein, deren Verletzung den Strategen der kritischen Entlarvung lange Zeit Programm war. Traurig macht, daß man dies alles weiß und altes Weistum abweisbar ist.
Die Intelligenz der Massen hat ihren Sättigungsgrad erreicht. Unwahrscheinlich, daß sie noch weiter fortschreitet, sich transzendiert und 10 Millionen RTL-Zuschauer zu Heiderggerianern würden. Hellesein ist die Borniertheit unserer Tage. Die High-Touch-Intelligenz, alle immer miteinander in Tuchfühlung, unterschiedet nicht mehr zwischen Fußvolk und Anführern. Was einmal die dumpfe Masse war, ist heute die dumpfe aufgeklärte Masse.
Es ist schade, ganz einfach schade um die verdorbene Überlieferung. Ja, sie verdirbt draußen vor den Toren wie eine Fracht kostbarer Nahrung, auf die die Bevölkerung wegen irgendwelcher Zollstreitigkeiten verzichten muß. Die Überlieferung verendet vor den Schranken einer hybriden Überschätzung von Zeitgenossenschaft, verendet vor der politisierten Unwissenheit jener für ein bis zwei Generationen zugestopfter Erziehungs- und Bildungsstätten, Horste der finstersten Aufklärung, die sich in einem ewig ambivalenten Lock- und Abwehrkampf gegen die Gespenster einer Geschichtswiederholung befinden: „Wehret den Anfängen!“ ... Ach! Setzt selber einen brauchbaren!

Diskussonsverlauf

Seit dem späten 18. Jahrhundert bildet sich in der westlichen Kultur ein neues Zeitbewußtsein aus. Während im christlichen Abendland die 'neue Zeit' das künftige, erst mit dem Jüngsten Tag anbrechende Weltalter bezeichnet hatte, heißt 'Neuzeit' von nun an die eigene, die gegenwärtige Periode. Die Gegenwart versteht sich jeweils als ein Übergang zum Neuen; sie lebt im Bewußtsein der Beschleunigung geschichtlicher Ereignisse und in der Erwartung der Andersartigkeit der Zukunft. Der epochale Neubeginn, der den Bruch der modernen Welt mit der Welt des christlichen Mittelalters und des Altertums markiert, wiederholt sich gleichsam mit jedem gegenwärtigen Moment, der Neues aus sich gebiert. Die Gegenwart verstetigt den Bruch mit der Vergangenheit als kontinuierliche Erneuerung. Der zur Zukunft geöffnete Horizont gegenwartsbezogener Erwartungen dirigiert auch den Zugriff auf Vergangenes. Die Geschichte wird seit dem Ende des 18. Jahrhunderts als ein weltumgreifender, problemerzeugender Prozeß begriffen. In ihm gilt Zeit als knappe Ressource für die zukunftsorientierte Bewältigung von Problemen, die uns die Vergangenheit hinterläßt. Exemplarisches Vergangenheiten, an denen sich die Gegenwart unbedenklich orientieren könnte, sind verblaßt. Die Moderne kann ihre orientierenden Maßstäbe nicht mehr den Vorbildern anderer Epochen entlehnen. Die Moderne sieht sich ausschließlich auf sich gestellt - sie muß ihre Normativität aus sich selber schöpfen.

Die kulturellen Entlastungen des Menschen durchlaufen - scheint es - drei Stadien: erst werden sie begrüßt; dann werden sie selbstverständlich; schließlich ernennt man sie zum Feind. Entsprechend verhalten siech die Menschen: erst arbeiten sie emsig am Aufbau dieser Entlastungen; dann konsumieren sie gleichgültig ihre Errungenschaften; schließlich bekommen sie Angst vor ihnen und greifen sie an. Das letzte Stadium setzt das zweite voraus, dieses wiederrum das erste; und das - wenn ich es richtig sehe - bedeutet: der spätere Angriff auf die kulturellen Entlastungen erfolgt nicht trotz, sondern gerade wegen ihres Erfolges; oder anders gesagt: die Entlastung vom Negativen - gerade sie - disponiert zur Negativierung des Entlastenden. Was ich mit dieser abstrakten Formel meine, erläutere ich zunächst durch drei Beispiele: Je mehr Krankheiten die Medizin besiegt, desto größer wird die Neigung, die Medizin selber zur Krankheit zu erklären; je mehr Lebensvorteile die Chemie der Menschheit bringt, um so mehr gerät sie in den Verdacht, ausschließlich zur Vergiftung der Menschheit erfunden zu sein; und: je länger Kriege vermieden werden, desto gedankenloser gilt die vorhandene Friedensvorsorge als pure Kriegstreiberei. Kurzum: die Entlastung vom Negativen - gerade sie - disponiert zur Negativierung des Entlastenden; die Befreiung von Bedrohlichem - gerade sie - läßt das Befreiende bedrohlich erscheinen.
Plausibel wir dieser - ja ganz und gar paradox anmutende - Nexus genau dann, wenn man eine gewisse Konstanz oder (richtiger) Änderungsträgheit des menschlichen Negativitätsbedarfs annimmt. Die Menschen sich durch Angstbereitschaft halbwegs dauerhaft eingestellt auf ein gewisses Quantum an Widrigkeiten. Diese Widrigkeiten gibt es für den Menschen - naturhaft ein Mängelwesen, das zwecks Kompensation seiner Naturmängel zum Kulturwesen werden muß - in reicher Menge durch natürliche Feinde und Wildheiten der Natur, durch Hinfälligkeiten der eigenen Kondition, durch Krankheiten, durch die Mühe und Last physischer Arbeit, durch die Unordnungen menschlichen Zusammenlebens, durch Aggressionsverzichte, die der kulturelle Fortschritt den Menschen auferlegt, und so fort. Um diese Widrigkeiten ins Lebensdienliche umzuarbeiten, muß der Mensch auf Negatives gefaßt sein, so daß es sinnvollerweise so eingerichtet ist, wie ich sagte: die Menschen sind - durch Angstbereitschaft - halbwegs dauerhaft eingestellt auf ein gewisses Quantum an Widrigkeiten. Insofern ist das Widrige, d.h. Negative (schon als Gelegenheit, es zu überwinden), eine Art anthropologischer Besitzstand, von dem sich - und nun gar schnell und ersatzlos - zu trennen den Menschen schwerfällt; denn die Menschen sind konservative Wesen, die ungern verzichten, sogar aufs Schlimme. Darum kommt es, wo Widrigkeiten auf Grund entwickelter Kultur dauerhaft abgebaut werden, nicht nur dazu, daß das alsbald nicht mehr als Gewinn honoriert, sondern selbstverständlich wird; vielmehr: es kommt auch und vor allem - meist unbewußt - zur großen Suche nach Ersatz für die verlorengegangenen Widrigkeiten, nach negativitätsausfallkompensierenden Negativitäten, nach Bedrohlichkeiten, die überwundene Bedrohlichkeiten ersetzen; und die Suche wird dort verstärkt, wo - wie heute hierzulande weithin - negativitätsträchtige Risiken selbst im Abenteuerurlaub nicht mehr zureichend gefunden werden können. Da werden dann die Widrigkeiten, die die menschliche Kulturarbeit zunehmend aus der Wirklichkeit vertrieben hat und die nun - als suchthaft schwer verzichtbare Gewohnheiten - mit Entzugsnöten vermißt werden, schließlich zunehmend in jener Kulturarbeit selbst gesucht und gefunden bzw. erfunden, die uns die Widrigkeiten erspart. Wenn die Kultur immer mehr Bedrohliches besiegt, wird - als Bedrohlichkeitsersatz - die Kultur selber zum Bedrohlichen ernannt, das man - etwa durch alternatives Leben - glaubt besiegen zu müssen; oder eben anders und abstrakt gesagt: die Entlastung vom Negativen - gerade sie - disponiert zur Negativierung des Entlastenden. Dann - und das ist einer der großen Angstgründe unserer Zeit - bekommt man vor allem vor demjenigen Angst, das einem Ängste erspart, just weil es einem die Ängste erspart: denn gerade die real entpflichtete Angst macht sich auf die Suche nach Gelegenheiten, sie zu haben, und findet sie dann auch fast um jeden Preis: schließlich in der entwickelten Kultur selber. ... Hier ist eine Art Übelstandsnostalgie der Wohlstandswelt am Werke.


Endzeitstimmung und Zukunftsperspektiven


Ankündigung

Auch den Herbstzyklus wollen wir unserem begonnenen Themenkomplex zu "Endzeitstimmung und Zukunftsperspektiven" widmen. Hier deshalb noch einmal die Perspektive für unsere Gespräche:
Wir wollen anhand unterschiedlicher philosophischer Ansätze selbst auf den Weg finden, Zukunftsperspektiven in positiver Weise zu erarbeiten und Ansätze für eine "Umsetzung in Lebendigkeit" zu gewinnen.
Unter Umständen ist die gegenwärtig verbreitete pessimistisch-fatalistische Stimmung eine nicht "das Leben im Gesamten" angemessen fassende Sicht. Dies herauszufinden bzw. Anfänge für ein Gegensteuern zu etablieren soll unsere gemeinsame Aufgabe sein. Es ist höchste Zeit, Alternativen anzudenken. Dabei soll jedoch ausdrücklich betont werden, daß unser Unternehmen sich nicht in irgendeiner Form ideologisch binden will.
Innerhalb dieses Ansatzes haben wir uns bspw. bereits die Fragestellungen "er-arbeitet", inwieweit Tradition eine Rolle für Zukunft spielt, inwieweit kritisches Bewußtsein Möglichkeiten gegenüber "purem Zukunftsoptimismus" bietet und die Bedeutung und die Möglichkeiten des Einzelnen als Subjekt seiner und unser aller Zukunft hervorgehoben.
Der gesamte Themenkreis bietet aber sicherlich noch so viele Möglichkeiten für engagierte Diskussionen, daß kein interessierter neuer Teilnehmer sich abgeschreckt zu fühlen braucht aufgrund eines "verspäteten Einstiegs". Gleichermaßen neue wie fundamentale Aspekte in Hinblick auf unsere nächsten Treffen sind:
- Die Frage, was "Zukunft" eigentlich ist.
- Zwei Zitate als Grundlage für kontroverse Auseinandersetzungen:
"Wenn die Leute nur endlich einsehen lernten, daß Luftschlösser fertigbauen das solideste Realitätengeschäft ist und der Grund sie obendrein gar nichts kostet."
"Heilungen sind ebenso ansteckend wie Erkrankungen! Man erwischt Gesundheit wie die Masern!"

Dieser Zyklus kam durch Mangel an Teilnehmern nicht zustande.