Konzept zu PC DER WEISEN


Insbesondere für dieses Konzept gilt zu beachten:

Alle Rechte an diesen Unterlagen einschließlich der Übersetzung in fremde Sprachen bleiben vorbehalten. Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung der Autoren in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren), auch nicht für Zwecke der Unterrichtsgestaltung reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
© 1996 Die Philosophen e.V.; Leo Allmann, Wolfram von Berg


Einführung
Gliederung
Erläuterung zu den Menüpunkten
Anlage: Was sind eigentliche Weise?
Zwei Zitate zur Problematik von Wissens-Software


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Einführung

PC DER WEISEN soll werden eine multimediale Wissens-Software, die strukturierte Information für den Bereich Geistes- und Kulturgeschichte vermitteln will. Es wird ein aussagekräftiger Überblick bewußtseinsbildender und humanistisch orientierter Entwicklung der menschlichen Kultur unter den Aspekten Wissen, Glauben und Hoffen geboten.

Intendiert ist, daß der Anwender von seiner eigenen Situation ausgeht und sich aktuell kritisch bildet.

Auf die Informationen kann historisch-chronologisch oder sachbezogen-thematisch zugegriffen werden. Wesentlich besteht die Zugriffsmöglichkeit unter dem Gesichtspunkt aktueller Fragestellungen.

Besonderer Bestandteil des Programms ist es, dem Benutzer die Möglichkeit zu geben, selbst dialogisch in den Datenbestand einzugreifen. Solcher Eingriff besteht in Editiermöglichkeiten durch eigene Notizen und Kommentare; diese sind bei erneutem Aufrufen der primären Daten zusätzlich einblendbar und veränderbar/erweiterbar. Der primäre Datenstamm wird hierdurch jedoch nicht angegriffen. Als weitere Dialogmöglichkeit für den Leser wird das selbständige Beantworten von Fragen zu vielen Bereichen angeboten, wobei sich für diese Fragen keine verbindlichen Antworten vorgegeben finden. Schließlich soll der Dialog mit dem vorgegebenen Wissen durch die Möglichkeit zur Herstellung eigener subjektiver Wissenspfade und Wissenslandschaften hergestellt werden.

Das gesamte Projekt soll zur komfortablen Nutzung möglichst auf einer CD-ROM Platz finden.

Siehe zur weiteren Erläuterung des Vorhabens auch die Anlage Was sind eigentlich WEISE, und warum sind es die hier ausgewählten Personen?


Struktur des Menüs:


Erläuterungen zu den einzelnen Menüpunkten:

Allgemeine Einleitung:

Eine kurze Einführung beschreibt die Intention dieser Wissens-Software, die die markanten Ereignisse und Personen der menschheitlichen Kulturarbeit im Sinne eines Aufklärungsprozesses und der Entwicklung eines 'Humanismus' vermittelt. Die Leitfragen hierfür sind die nach der Erkenntnis von Welt ebenso wie nach dem Selbstbild des Menschen in Form einer 'Grundlagenforschung'. Es wird jedoch nicht allein Information bereitgestellt, sondern auch unter 'pädagogischem' Gesichtspunkt die Stärkung kritischen Bewußtseins des Anwenders verfolgt.

Überblicksgrafiken:

Insgesamt stehen vier Grafiken, die teils durch Ein- bzw. Überblendung miteinander kombiniert werden können, zur Verfügung.

Die erste oder Hauptüberblicksgrafik beinhaltet eine Chronologieleiste, auf der jedoch keine dezimale Jahreseinteilung existiert, sondern die sich an markanten Ereignissen orientiert (z.B. Höhlenmalereien, Pyramiden, Thales' Sonnenfinsternis, Jesus, 'Welt-ist-rund', Gutenberg, Französische Revolution, Dampfmaschine, 'Digitalisierung der Welt' etc.), evtl. auch eine gesonderte Grafik im gleichen Stil speziell für das 20. Jahrhundert. Die Grafik ermöglicht in ihrer Grundeinstellung eine Markierung der großen Epochen (in differenzierter Einteilung von z.B. Reformation, historische Epoche der Aufklärung, Industrielle Revolution, etc.), zuschaltbar ist sodann die Erweiterung auf diese Ereignisse. Bei Anklicken eines spezifischen Punktes wird in den betreffenden Teil aus Aktueller Bezug verknüpft.

In der zweiten oder Personengrafik können einzelne wichtige Persönlichkeiten (WEISE und andere, z.B. thematisch relevante Personen) chronologisch zugeordnet werden. Anklicken eines spezifischen markierten Namens verknüpft zur betreffenden Person, Weise: Unterpunkt Leben.

In der dritten oder Themengrafik werden die jeweiligen zeitrelevanten zentralen Themen (im Unterschied zu den Ereignissen) den Epochen zugeordnet. Anklicken eines spezifischen Themas verknüpft im Bereich Themen: Unterpunkt Bereich, Unterpunkt Aktueller Bezug.

In der vierten oder Aktualitäts-Grafik wird der Zugang zu den Informationen aus aktuellen Fragen und Problematiken heraus ermöglicht. Anklicken einer spezifischen Frage oder Problematik verknüpft hier zur ursächlich fragenden Person (aus Geschichte oder Gegenwart).

Überblickstext:

In dem Überblickstext werden einerseits die großen Epochen, andererseits auch die großen Ereignisse im chronologischen Ablauf beschrieben (mit der Verknüpfung zu den spezifischen Personen ebenso wie zu den spezifischen Themen). Die Verknüpfung zu dem Ordnungspunkt Aktueller Bezug ergibt sich deshalb hier nicht durch direktes Klicken auf einen spezifischen Begriff.

Der chronologische Verlauf wird durch geographische Darstellungen ('wachsende' Landkarten) und erläuternde Grafiken erweitert.

Weise:

Das Kriterium für eine Aufnahme in den Katalog der WEISEN (Größenordnung des Katalogs: 70 bis höchstens 100 Personen) ist: Die Persönlichkeit hat Eigenständiges und Neues gedacht und/oder entwickelt, ihre 'Idee' hat die Welt/das Weltbild verändert und zur kulturellen Entwicklung im Sinne von Bewußtseinserweiterung, fruchtbarer Kritik und Humanismus beigetragen. Z.B. gilt dies für Prometheus (Domestizierung des Feuers), Buddha (gelebte Moral), Pythagoras (Zahlensystem), Hippokrates (Medizinisches Ethos), Sokrates (Liebe zum Wissen), Aristoteles (Einteilung der Wissenschaften) etc.; später: z.B.. Leonardo (Entdeckung der Perspektive), Newton (Neuzeitliche Naturwissenschaft), etc.; im 20. Jahrhundert: z.B.. Wittgenstein (Sprachanalyse), Heidegger (Seinsfrage), Freud (Entdeckung des Unbewußten), Heisenberg (Unschärferelation), Schönberg (Zwölftonmusik), aber auch: Benz (Motor), Hahn (Kernspaltung), Gödel (Formale Systeme), Turing (Computer) etc. Analog genügen diesem Kriterium z.B.. nicht: Zeus (siehe Apollon), Schiller (siehe: Kant), Napoleon (siehe: Französische Revolution), Lenin (siehe: Marx) etc.

Die einzelnen Persönlichkeiten werden unter mehreren Aspekten dargestellt. Zunächst findet sich eine Lebensbeschreibung im Sinne einer Einordnung in ihre historische Zeit und ihre weltanschauliche bzw. kulturelle Umgebung (inklusive der sich ergebenden Verknüpfungsmöglichkeiten). Sodann findet sich eine Werkbeschreibung mit besonderer Berücksichtigung der hier relevanten Fragestellungen (und Verknüpfungen zu den entsprechenden Themen). Als besondere Zugangsweise wird ein allgemeiner Fragebogen (5 bis 8 Fragen; z.B. Wie siehst du die Welt? Wie verstehst du den Menschen? Was ist das Ziel des Lebens?) aufgenommen, der für jede Persönlichkeit mit deren eigenen Antworten bereitliegt. Unter einem weiteren Punkt sind aussagekräftige und relevante Zitate der jeweiligen Persönlichkeit aufgeführt. Zur übergeordneten Orientierung werden weiterführende Ansätze im Sinne von 'Grundsteinlegung' für nachfolgende Entwicklungen angeboten. Der Aktuelle Bezug erweitert diese Folgeentwicklung zur gegenwärtigen Situation (ebenso, wie umgekehrt der Zugang zur personenbezogenen historischen 'Grundsituation' aus der/einer aktuellen Problematik heraus aufgezeigt wird). Zusätzlich werden Hinweise auf wesentliche Literatur von bzw. zur jeweiligen Persönlichkeit aufgeführt.

Themen:

Für den gesamten Hauptmenüpunkt THEMEN gilt, daß hier auch Personen, die zur jeweiligen Thematik von Relevanz sein können, nicht jedoch in den begrenzten Rahmen des Hauptmenüpunktes WEISE mit aufgenommen wurden, zu finden sind. Ansonsten finden sich an allen relevanten Stellen Verknüpfungen zu den eigens behandelten WEISEN sowie Thema-Querverknüpfungen bei entsprechender thematischer Relevanz. Außerdem finden sich Literaturangaben zu den einzelnen Thematiken.

Unter dem Menüpunkt Menschenbild werden einerseits die in ihren Fundamenten unterschiedlichen Menschenbilder (-verständnisse) dargestellt und verglichen, andererseits wird der Versuch der Darstellung einer Entwicklung des menschlichen Selbstverständnisses (im Sinne eines 'Humanismus') unternommen.

Unter dem Menüpunkt Wissenschaft und Technik findet sich sowohl der Aspekt der Entwicklung von Wissenschaftlichkeit und Technik überhaupt, als auch die Aspekte wissenschaftlicher Entdeckungen und technischer Erfindungen, erkenntnis- und wissenschaftstheoretischer Überlegungen, sprachphilosophischer Theorien sowie Fragen der Mathematik und Logik. Dies soll durchaus auch unter Berücksichtigung nicht-abendländischer Erkenntnistheorien geschehen.

Unter dem Menüpunkt Ethik und Lebensführung sind Sittlichkeits- und Morallehren dargestellt und Lebensmaximen aus verschiedenen Epochen und Kulturen aufgeführt.

Unter dem Menüpunkt Soziale Aspekte und Politik werden besonders die Staats- und Gesellschaftstheorien und praktischen (politischen) Umsetzungsversuche aufgeführt. Daneben werden auch Theorien menschlicher Beziehungshaftigkeit benannt.

Unter dem Menüpunkt Religion wird ein Überblick über die wichtigsten religiösen Systeme der Menschheit und die Religionsstifter gegeben.

Aktueller Bezug:

Der Bereich der aktuellen Relevanz stellt eine zentrale Komponente der von PC DER WEISEN angebotenen Information dar. Dies zeigt sich bereits aus der Verknüpfung zur Hauptüberblicksgrafik. Hier wird dem Ansatz Rechnung getragen, daß unser Interesse an Historie und Entwicklung von Problemlösungen in erster Linie aus Gegenwartsproblematiken erwächst.

Ausgeführt werden die einzelnen Untermenüpunkte jeweils auf der Grundlage von Stellungnahmen und Zitaten von gegenwärtigen 'Denkern'. So verweist der Menüpunkt Traditionsbezug auf Positionen zu Abläufen und Entwicklungen in der bisherigen Geschichte und stellt damit das Pendant zum Menüpunkt Weiterführung unter WEISE dar. Während die Bestandsaufnahme Interpretationen der gegenwärtigen Situation im Rahmen der relevanten Themen wiedergibt, werden unter Zukunft Prognosen, Hoffnungen, Befürchtungen, Mahnungen und Perspektiven aufgeführt. Literatur versammelt einschlägige gegenwärtige Literatur zu den Themen der Zeit.

Sentenzen und Texte:

Hier hat der Benutzer einerseits die Gelegenheit, für den jeweiligen aktuellen Tag einen Spruch des Tages zu lesen: Es stehen 366 Sprüche zur Verfügung. Des weiteren wird auf 'Gedenk-Tage' (Geburts und Todestage, Ereignistage etc.) hingewiesen. Andererseits werden als Texte zum Nachdenken ausführliche Auszüge einer 'Best-of-Liste der Weltliteratur' (z.B. Platon - "Höhlengleichnis") angeboten. In allen Bereichen kann mit den entsprechenden Persönlichkeiten aus Weise bzw. spezifischen Informationen aus Themen sowie mit Aktueller Bezug verknüpft werden.

Benutzerdialog:

Es wird dem Benutzer des Programms grundsätzlich die Möglichkeit gegeben, sich aktiv mit den angebotenen Informationen von PC DER WEISEN auseinanderzusetzen. Dazu dienen drei Aspekte:

Zum einen wird er in einem 'Quiz' aufgefordert, sein sachbezogenes Wissen zu überprüfen, z.B. durch Fragen nach Persönlichkeiten, Erfindungen, Sachverhalten (die Antworteingaben sind sodann mit den entsprechenden Themen oder Weisen verknüpft) und sich offenen Fragen, d.h. Fragen, die nicht 'objektiv' zu beantworten sind, zu stellen (mit der Möglichkeit zum Speichern der eigenen Antwort). Diese offenen Fragen entsprechen dem Fragebogen bei den WEISEN.

Des weiteren kann der Benutzer sich zu unter spezifischen Punkten Erfahrenem eigene Anmerkungen machen, in diesen blättern, sie speichern, in andere Programme übernehmen und ausdrucken.

Dieser Programmpunkt soll noch erweitert werden. in Form des Anlegens eigener Wissens-Pfade, der zusammenfassenden Dokumentation des eingeschlagenen Informationsweges.

Drucken:

Die Möglichkeiten zum Ausdrucken und zum Kopieren von Teilen der Wissens-Software, insbesondere des vom Anwender editierten Bestandes.


Anlage:

Was sind eigentlich WEISE, und warum sind es die hier ausgewählten Personen?- Was sind die Auswahlkritierien, wodurch legitimieren sie sich?

Horizont und Darstellungs-Maßstab von PC DER WEISEN ist ein Humanismus im Sinne einer jeweils ergriffenen Möglichkeit. Humanismus wird also hier nicht verstanden als ein inhaltlich durchorganisiertes ideales Menschenbild, sondern als kulturelles Anliegen, durch Freiheit das Subjekt- bzw. Menschen-Gemäße zu ergreifen. Humanismus im hier verstandenen Sinn ist also bsplw. geschichts- und situationsabhängig.

Möglichkeiten werden ergriffen, um sich/den Menschen allgemein aufzuklären, über eine spezifische Sache oder 'das Ganze' bewußter zu werden, ein differenzierteres, brauchbareres Verständnis aufzudecken. Die Folgen sind unterschiedlich und erweisen, was oben als Möglichkeit angesprochen war: es findet kein eindeutig zielgerichteter Prozeß statt; mit jeder 'Entdeckung' geht eventuell auch etwas verloren, bleibt etwas unberücksichtigt; der Blick auf das Eine behindert den Blick auf das Andere. Erst in einer Zusammenschau der verschiedenen (entstandenen und verkümmerten/verkümmernden) Perspektiven erfüllt sich Humanitas als menschliche Kultur.

Auch unsere Informationsvorgaben können so kein inhaltsbestimmtes oder Lern-Ziel ins Auge fassen, sondern nur Möglichkeiten bieten, Möglichkeiten zu menschlicher Weisheit zu gelangen im Durchgang individueller, subjektiver Wissenspfade.

WEISE sind sodann und somit diejenigen, die aus dem Vorgefundenen und dem vorgefundenen Wissen ihr Eigenes und damit Neues sich - und uns allen - entdeckt haben und entdecken; diejenigen, die in dem Fundus ihre Möglichkeit hinzuschöpfen können. Diejenigen, die durch ihre Ideen Gedanken erwecken, in ihrem Denken zu denken geben - uns neue Möglichkeiten eröffnen und uns selbst zu unserer eigenen Weisheit Hilfestellung geben.

Da dieser WEISE möglicherweise jeder ist, wird die hier zur Verfügung gestellte Sammlung Ihr PC DER WEISEN.

Die Zielgruppe für diese Software bestimmt sich durch den allgemein Kultur-Interessierten jeder Altersgruppe, der insbesondere nicht nur auf eine Informationsreise gehen will, sondern sich selbst - seine Persönlichkeit - bilden will. Die Zielgruppe bestimmt sich nicht durch den Bedarf an Lexika, sondern durch den Bedarf an Strukturierung von Informationen, sei es durch das vorgegebene Angebot von Strukturen, sei es durch die Unterstützung bei der selbständigen Erarbeitung von Zusammenhängen und Orientierungen. Die Unterstützung hierbei empfindet PC DER WEISEN als sein Hauptanliegen; wir bemühen uns um eine Lern-Software im fundamentalen Sinn von Bildung.

Wir wollen hier nicht einfachhin ein Nachschlagewerk anbieten, sondern Wissensbereiche darlegen, die zum eigenen Nachdenken führen. Wir wollen Weisheit befördern, indem wir zum Selbst-Denken anregen. Es wird deshalb keine einheitliche und festgefügte Weltanschauung - wie sie sich im Zuge der Entwicklung (aber eben nicht des Fortschritts) der menschlichen Kultur herauskristallisiert haben könnte - angeboten, sondern lediglich Mosaiksteine, die jeder auf seine Weise in ein Bild zusammenfügen, erweitern und neu modellieren kann.

Der Vorsatz unseres Unternehmens ist praktisch: Der WEISE und die Weisheit sind keine Erfüllung eines irgendwie bestimmten Bildungsideals, sondern der Zustand eines gelingenden und gelungenen Lebens zur jeweiligen historischen Jetzt-Zeit. Gelingendes Leben selbst ist allerdings wiederum nicht von außen und allgemein bestimmbar, hat jedoch fundamental zu tun mit der (kritischen, d.h. sich selbst bestimmenden) Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen und dem sich von innen und außen Ergebenden.

Unter der Rubrik der weisen Personen werden deshalb nicht - oder zumindest nicht in erster Linie - die etablierten Geistesgrößen der Menschheitsgeschichte aufgeführt und erläuternd dargestellt, sondern unter dem Kriterium eines durch sie gegebenen Zuwachses an lebenspraktischen Möglichkeiten ausgewählt.

Ebenso gilt für die Auswahl der Themen, daß sie - dann vor allem für die gegenwärtig lebenden Menschen - handlungs- und entscheidungsrelevante Bedeutung haben/haben können. PC DER WEISEN wird dadurch zu einem Software-Programm kultureller Selbstfindung.

Diese Auswahl und ihre Kriterien sind nicht ideologisch, wenn sie sich selbst mit reflektieren, somit hinterfragbar bleiben in und durch ihr Gesamtgefüge.


Zwei Zitate zur Problematik von Lern- und Wissens-Software bezüglich der Besonderheit des hier vorgestellten Konzeptes:

Hanna Rheinz - Wenn der "Lehrer" ein Computer ist

Süddeutsche Zeitung 18.10.93

"Der sokratische Dialog, in dessen Mittelpunkt das Zuhören-Können stand, ist längst aus dem Erfahrungsschatz heutiger Schüler verschwunden und kann nach mühsamer Textexegese nur noch als philosophisch-erzieherisches Fossil rekonstruiert werden. Dessen ungeachtet erinnert dieses Erziehungsideal daran, daß Kommunikation und Lernen mehr sein kann als Hinundherschieben beliebiger Informationsbrocken. Das Wissen um das dialektische Verhältnis von Verstehen und Verstanden-Werden allerdings ist ebenso abhanden gekommen wie das asketische Lernmodell des in der Abgeschiedenheit seiner Eremitenhöhle still vor sich hinpaukenden Schülers."

Christoph Seidel (Hg.) - Computer Based Training

Verlag für angewandte Psychologie, Göttingen 1993

"Von der Vermittlung "höherer Lernziele" sind sie [die Computer-Lern-Programme] daher noch weit entfernt. Weiterhin stehe Faktenwissen und nicht die Abstraktionsfähigkeit. kritisch-analytisches Denken, das Hypothesen aufstellt, prüft und gegebenenfalls verwirft, im Mittelpunkt.

Desgleichen werde das selbständige Erkennen von Zusammenhängen nicht stimuliert. Obwohl viele Programme auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen Mikrowelten anbieten, kann "Lernen durch Einsicht", mithin das "vernetzte Denken", noch nicht einmal im Netzwerk vorgetäuscht werden."