Im Schatten des Zwergenkönigs


Ein philosophisches Märchen- und Fabelnbuch von
Rudolf Aichner, Wolfram von Berg, Walther Ziegler und Andrea Bednarz (Illustrationen)


Bekanntlich handelt unser Märchen- und Fabelnbuch

Das bibliophil ausgestattete und mit Bildern versehene Buch kostet

17,50 Euro (inclusive Versandkosten)

und kann hier bestellt werden.
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Leseprobe:
Nächtens

Es war eines Nachts. Und es war eine besondere Nacht. Zwar war es eine andere Nacht als diese, aber es war eine ebenso geheimnisschwere.

In jener Nacht waren viele Andere unterwegs in der Weite. Sie waren gemeinsam auf ihrem Weg, und die Nacht war verschlungen in sich selbst.

Und mitten in der Weite schlugen sie ihr Lager auf. Zumindest schlugen sie ihr Lager an der Stelle auf, die sie für die Mitte der Weite hielten. Und sie entzündeten ein Feuer mitten in der Nacht, oder doch wenigstens genau zu dem Zeitpunkt, den sie für die Mitte der Nacht hielten. Eng um ihr Feuer geschart versuchten die Anderen, sich die Weite und die Nacht zu entreißen. Und es verband sie dies und jenes.

In der Weite und in der Nacht war auch Einer auf der Reise. Dahin und dorthin zog er, als er eines fernen Lichtscheins gewahr wurde, gerade dort, wo er den Horizont vermutete. So machte sich Einer auf den Weg zu jenem Feuer. Und mit vielen Anstrengungen und in langem Laufen erreichte Einer das Feuer und die darum gescharten Anderen.

Der Eine gesellte sich zu den Anderen und lauschte deren Reden und Tun. Er wurde nichts gefragt. Und er hörte nur Weniges. Wie er selbst, so waren aber auch die Anderen unterwegs, um Dinge von einer Seite der Weite an eine andere zu bringen.

Während sie alle um das Feuer geschart saßen, breitete sich eine immer verschwiegener werdende Stille um sie aus. Jeder Lufthauch verstummte, und schließlich verlosch auch das Feuer. Unruhig jedoch wurden der Eine und die Anderen.

Plötzlich ertoste ein schreckenerregender Laut, und der Boden unter ihnen begann zu zerrinnen. Immer schneller entglitt der Grund und mit ihm die Anderen und Einer. Der Kreis, in dem sie gerade noch gesessen hatten, wurde enger und enger. Bald hatten sie nebeneinander schon keinen Platz mehr. Und immer enger wurde es, und immer rascher ging es hinab.

Mit einem Moment geriet ein jeder Anderer und auch der Eine aus dem Rutschen in das Fallen, und kurz darauf endete Einer nach den Anderen auf einer ruhigen, weichen Fläche.

Als alle auf der Fläche gelandet waren, da sahen sie sich um, denn es war hell und nicht länger Nacht. Und sie sahen, daß sie am rechten Ort waren.

Doch zwischen ihrem Ort und seiner Umgebung war ein Etwas. Zunächst langsam, dann immer schneller und neugieriger wagten sie sich vor zu diesem Etwas und betasteten es. Und sie merkten, daß es war wie Glas.